Sie wurden als Wirtschaftsparasiten und Überfremdungsflut verleumdet, mit Hilfe bürokratischer Hürden behindert, abgewiesen und zurückgeschickt in Gefahr und Tod. Die Älteren unter ihnen waren oft nicht integrationsbereit, alle versuchten, sich heimatlich einzurichten. Und sie kamen aus Deutschland, Österreich, Europa. - An diese Flüchtlingsschicksale des Exils zwischen 1933 und 1945 erinnerte Hans-Albert Walter mit seinem essayistischen Zwischenruf bereits 1992 anlässlich brennender Unterkünfte für Asylsuchende, steigender Stimmenzahlen für rechtsradikale Parteien und angesichts politischer Taktierer, die gegenüber "besorgten" Bürgern Verständnis zeigen zu müssen glaubten und sich mit entsprechenden Forderungen profilieren wollten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.06.2017
Wilhelm von Sternburg findet die Neuausgabe dieses Essays des Exilforschers Hans-Albert Walter aus dem Jahr 1992 geboten. Aktueller denn je scheint ihm, was Walter über das Schicksal der Flüchtlinge im damals gerade wiedervereinten Deutschland schreibt. Wenn der Autor das Elend der Flucht mit der Pest vergleicht, nickt Sternburg im Geiste und gedenkt einer Zeit, als Deutsche vor Terror und Diktatur fliehen mussten. Walters Sätze scheinen ihm auf die Flüchtlinge zu passen, die heute bei uns einen Neubeginn wagen.
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