Die Stadt ist tot, es lebe die Stadt: Allen düsteren Prognosen zum Trotz wird der öffentliche Raum neu entdeckt. Mitten im Hyperindividualismus wächst die Sehnsucht nach kollektiver Erfahrung und findet in der Stadt ihren Ort. Ein ungewohnter Gemeinschaftsgeist erobert Straßen und Plätze, neue Spielformen des Öffentlichen entstehen. Unter Schlagworten wie DIY-Urbanismus, Guerilla Gardening oder City Crowdsourcing kündigt sich nichts Geringeres als ein gesellschaftlicher Wandel an: Gegen die Ökonomie der selbstsüchtigen Herzen setzen viele der urbanistischen Bewegungen einen Pragmatismus der Anteilnahme und des Teilens. In seiner Analyse beleuchtet Hanno Rauterberg, warum gerade die Digitalmoderne eine neue, unvermutete Stadtkultur befördert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2014
Kurzweilig, aber harmlos, ließe sich Robert Kaltenbrenners Reaktion auf das Buch umreißen. Er bescheinigt dem Autor, dem Zeit-Redakteur Hanno Rauterberg anschaulich darzustellen, wie Bürger die Stadt wieder in Besitz nehmen - mit Guerilla Gardening, Urban Knitting oder Flashmobs etwa. Für Rauterberg überaus positive Phänomen, die eine neue Bewegung des Teilens und Miteinanders begründen. Kaltenbrenner findet das sehr sympathisch, macht aber darauf aufmerksam, dass die Rückeroberung des von Regeln zugestellten öffentlichen Raums mehr politische Tatkraft erfordert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.11.2013
Christian Thomas sieht in Hanno Rauterbergs Abhandlung eine gelungene Alternative zu den meisten Ansätzen in der Stadtanalyse der letzten Jahrzehnte, die ideologisch behaftet gewesen und von der Annahme ausgegangen seien, dass sich die Städte immer ähnlicher würden. Diese Forscher, so findet Thomas, hätten sich einem eingeschränkten Blick unterworfen, Rauterberg hingegen erweise sich als "wahrnehmungswillig" und nehme vorrangig heutige internationale Städte und den Prozess der Transformation im digitalen Zeitalter in den Blick. Deutlich hört er Rauterbergs Begeisterung für Praktiken der Eroberung des öffentlichen Raums wie Flash Mobs und Guerilla Gardening heraus, identifizieren müsse man sich damit aber ja nicht, findet er.
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