Herausgegeben von Georg Glasze, Robert Pütz und Manfred Rolfes. (Un-)Sicherheit ist weltweit zu einem Megatrend der Stadtentwicklung geworden. Die öffentliche Hand und die Privatwirtschaft etablieren neue Sicherheitspolitiken: Überwachungs- und Kontrolltechniken, städtebauliche Veränderungen, Formalisierung sozialer Kontrolle. Mit steigender Kriminalität kann dies jedoch nicht erklärt werden. Die Beiträge aus Stadtforschung und Kritischer Kriminalgeografie zeigen, dass die Differenzierungen von sicheren und unsicheren Orten das Ergebnis sozialer und diskursiver Konstruktionen sind und legen Strategien und Mechanismen zur Konstruktion von (Un-)Sicherheit offen. Dies ermöglicht neue Perspektiven auf den Zusammenhang von (Un-)Sicherheit und Stadt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2006
Nicht wirklich überzeugt zeigt sich Gerd Roellecke von diesem Band über Verbrechensvorbeugung im städtischen Raum. Kritisch setzt er sich mit dem diesem Band zugrunde liegenden Selbstverständnis der Kriminologie auseinander, wonach die Kriminologie der staatlichen Ordnung und nicht der Wahrheit diene - eine Auffassung, die seines Erachtens an der Existenzberechtigung der Kriminologie nagt. Um Wissenschaft zu bleiben, muss sie nach Ansicht Roellecke vielmehr die Ordnung des Staates kritisieren. Roellecke legt dar, inwiefern die Verhinderung von Straftaten eine heikle Angelegenheit ist. Die in dem Band diskutierten, aus den USA stammenden Maßnahmen zur örtlichen Verbrechenvorbeugung, die Kommunale Kriminalprävention und die Theorie der "zerbrochenen Fensterscheiben", betrachtet er durchaus skeptisch. Immerhin könne man aus dem Buch erfahren, "welche Vor- und Nachteile beide Methoden haben". Dabei sei die Ideologiekritik so plump, "dass die Gefahr, auf sie hereinzufallen, nicht groß ist."
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