Hanno Rauterberg

Wie frei ist die Kunst?

Der neue Kulturkampf und die Krise des Liberalismus

Klappentext

Gemälde werden abgehängt, Skulpturen vernichtet, Filmhelden ausradiert: Ein heftiger Kulturkampf durchzieht die Museen, Kinos und Theater. Sogar ein Gedicht wird übermalt. Droht das Ende der Kunstfreiheit, wie manche sagen? Eine Zensur von unten? Oder ist es höchste Zeit, wie andere meinen, dass die Kulturwelt der Metoo-Bewegung folgt und mehr Gleichheit einklagt? Hanno Rauterberg zeigt, was sich hinter der Debatte um Moral und Ästhetik verbirgt: Warum wirken Bilder so bedrohlich? Gefährdet politische Korrektheit die Autonomie der Künstler? Und wieso streiten wir gerade heute über diese Fragen? Ein Essay über die wichtigste Kunstdebatte seit Langem, die viel verrät über die Krise des Liberalismus und die neuen Tabus einer sich wandelnden Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.12.2018

"Wie frei ist die Kunst" noch, wenn die zahlreichen selbsternannten Ritter des neuen "Wohlbefindens" regelmäßig dafür sorgen, dass Kunstwerke zerstört, übermalt oder abgehängt werden, während Künstler und Institutionen verunsichert die Hände heben und die Verteidiger von "Selbst, Identität, Geschlecht, Moral oder Prüderie" gewähren lassen? Diese Frage stellt sich Hanno Rauterberg in seinem angenehm rationalen, überaus kundigen und sehr anregenden Essay über das, was er die "Krise des Liberalismus" nennt, erklärt Rezensentin Gabriele Detterer. Anhand mehrerer Beispiele erläutert der Autor, wie sich die Künste in zunehmendem Maße instrumentalisieren und in ihrer Freiheit einschränken lassen und zwar sowohl von links als auch von rechts, lesen wir. Der Rezensentin leuchtet diese These offenbar ein, genauso wie die Schlussfolgerung, dass die geschilderten Entwicklungen nur in einer neuen Form des Ikonoklasmus und dem Ende liberal ausgerichteter Ausstellungsorte münden könne. Sie hofft, dass dieses Buch sowohl an- als auch aufregen wird.