War in moralischer Hinsicht früher die Theologie im Verdacht, ihre Weltsicht übergriffig auszuweiten, während die "neuen" Wissenschaften eine "werturteilsfreie" Herangehensweise gegen zu viel Moral versprachen, scheinen heute die Sozialwissenschaften und auf sie bezogene Handlungsfelder moralisch aufgeladen, während die Theologie schweigt oder sich dem Trend anschließt. Die Autoren fragen aus verschiedenen wissenschaftlichen Blickwinkeln nach den Ursachen dieser Entwicklung. Sie tasten sich dabei zu der Grenze vor, an der die Sorge um ein verantwortungsvolles Miteinander und Achtsamkeit umschlagen in einen rigiden Moralismus, den die Autoren in seinen verschiedenen Erscheinungsformen zu verstehen versuchen. In der Rückbesinnung auf theologische Grundlagen und im Geiste einer vitalen christlichen Spiritualität zeigen sich kritische Einsichten und überraschende moralische Entlastungen.Mit Beiträger von Roland Deines, Kai Funkschmidt, Detlef Hiller, Gerold Lehner, Christoph Raedel, Daniel Straß und Henning Wrogemann
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.05.2023
Rezensent Ernst Rommeney lernt aus diesem Buch der Theologen Detlef Hiller und Daniel Straß, dass es in einer Gesellschaft durchaus zu viel Moral geben kann. Die Autoren beschreiben, so der Kritiker, wie Debatten sich heutzutage schnell zuspitzen und im Übermaß moralisch aufgeladen sind. Symptome dieser "Übermoral" sind Intoleranz gegenüber Andersdenkenden und die "Dämonisierung" der anderen Meinung, lesen wir. Echte Moral müsse kompromissfähig sein, dass hieße auch, einander zuzuhören und auch seine eigenen Positionen kritisch reflektieren zu können, berichtet Rommeney. Die Rückberufung auf christliche Werte, wie Nächstenliebe oder Demut, sehen die Autoren als Möglichkeit an, die übermäßige Moralisierung zu regulieren, so Rommeney.
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