Herausgegeben von Annika Domainko, Tobias Heyl, Florian Kessler, Jo Lendle und Georg M. Oswald. Muss Pippi Langstrumpf sterben? Welche Bedeutung hat die "Cancel-Culture" für die Literatur? Kein vernünftiger Mensch will Literatur verbieten - oder etwa doch? Die Diskussionen werden hitziger. Wie gehen wir mit rassistischen Stereotypen in literarischen Klassikern um? Wollen wir ein Buch noch weiterlesen, wenn gegen dessen Autor:in schwere moralische Vorwürfe erhoben werden? Droht tatsächlich eine neue Zensur, wie manche befürchten? Für die einen ist das "Canceln" ein notwendiger Schritt im Kampf gegen Diskriminierung, für die anderen ein Schreckgespenst, das die Freiheit der Kunst bedroht. Klar ist: Die Debatte berührt nicht nur einen Kern der Literatur, sondern auch unseres Zusammenlebens. Sie ist ein notwendiger Streit - dem die Autor:innen dieses Bands aus verschiedenen Perspektiven auf den Grund gehen. Mit Beiträgen von Asal Dardan, Adrian Daub, Hanna Engelmeier, Jürgen Kaube, Konrad Paul Liessmann, Ijoma Mangold, Lothar Müller, Mithu Sanyal, Marie Schmidt, Johannes Schneider, Anna-Lena Scholz und Daniela Strigl.
Einen instruktiven Sammelband zu einem Thema, das in aller Munde ist, liest Rezensent Michael Wolf, mit ganz verschiedenen Autoren: Ijoma Mangold räumt verschiedenen Akteuren in der Debatte um Cancel Culture "Waffengleichheit" ein, während Philosoph Konrad Paul Liessmann identitätspolitische Fragen als Gefahr für die Diskussionskultur ansieht - eine Position, der sich Wolf nicht anschließen kann. Ihm gefallen eher die Beiträge von Asal Dardan zu Michael Ende und Jim Knopf oder von Mithu Sanyal, die sich mit "humorvoller Besonnenheit" mit Enid Blyton auseinandersetzt. Nicht nur in dieser Anthologie, sondern auch in der Debatte um Cancel Culture allgemein sieht der Rezensent lohnende Anregungen, sich mit den eigenen Werten und Standpunkten auseinanderzusetzen - insbesondere, wenn verschiedene Ansichten zusammenkommen, so wie hier.
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