Herausgegeben, mit einer Einleitung und Anmerkungen von Ronald Speirs und John J. White. Der Briefwechsel zwischen Hermann Broch und H. G. Adler, dem aus Prag stammenden Dichter, Romancier und hervorragenden Historiker und Analytiker des Holocaust, erscheint hier zum ersten Mal in deutscher Sprache. Mitte 1948 bat Elias Canetti Hermann Broch um Hilfe bei der Suche nach einem amerikanischen Verleger für Adlers Monumentalwerk "Theresienstadt". Seit dieser Zeit bis zu Brochs Tod im Mai 1951 standen die beiden Schriftsteller miteinander in Briefkontakt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2005
Volker Breidecker macht auf diesen Briefwechsel zwischen H. G. Adler und Hermann Broch aufmerksam und bemerkt zufrieden, dass er "sorgfältig kommentiert und ediert ist. Dabei sei die Korrespondenz der beiden Schriftsteller, die sich nach dem Krieg im amerikanischen Exil kennen lernten, keineswegs "umfangreich" und hätte lediglich von Juli 1948 bis Juli 1950 angedauert, teilt der Rezensent mit, der die "neuralgische Schnittstelle" zwischen Adler und Broch in ihrer sowohl auf wissenschaftliche wie poetische Weise stattfindende "Reflexion des Zivilisationsbruchs" des Holocaust und in den Erfahrungen des Exils sieht. Der Briefwechsel macht darüber hinaus deutlich, dass sich die beiden Männer bei aller geistigen Übereinstimmung nie wirklich nahe gekommen sind, stellt Breidecker fest. Die Gründe dafür sieht er in Brochs "traumatischen" Erfahrungen während der Nazizeit, der nach zwei Jahren den Briefwechsel abbrach, vielleicht, weil Adler mit seiner Theresienstadt-Studie, für die Broch sich bei Verlagen einsetzen sollte, allzu schmerzhafte "Wunden" aufriss, vermutet der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.06.2004
Der "Jdl" zeichnende Rezensent ist voll des Lobes angesichts dieses "vorbildlich edierten Bandes", der dem Leser Einblick in die Bekanntschaft der ungleichen Schriftsteller Hermann Broch und H.G. Adler gewähre. Anhand des Briefwechsels werde deutlich, dass die Beziehung weit über die von Adler erbetene Unterstützung für seine KZ-Studie hinaus ging. Stattdessen unterhielten sich die beiden immer intensiver über ästhetische Fragen, heraus aus zwei verschiedenen Generationen und unterschiedlichem Status. Ein guter Einblick in ein nicht unkompliziertes Verhältnis also, befindet der Rezensent.
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