Guenther Roth

Max Webers deutsch-englische Familiengeschichte 1800-1950

Mit Briefen und Dokumenten
Cover: Max Webers deutsch-englische Familiengeschichte 1800-1950
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2001
ISBN 9783161475573
Gebunden, 721 Seiten, 85,90 EUR

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001

Für Wolfgang J. Mommsen erschließt Guenther Roths " Max Webers deutsch-englische Familiengeschichte 1800-1950" neues Terrain in der Weber-Forschung. Mommsen würdigt Roths Leistung, das Beziehungsnetz von Webers Familie auf Grund einer Fülle neu erschlossener Quellen rekonstruiert zu haben, so dass schließlich "ein facettenreiches Gruppenporträt einer großbürgerlichen Kaufmannsfamilie im 18. und 19. Jahrhundert" entstehe. Wenngleich Mommsen Roth beipflichtet, dass Max Webers politische Anschauungen und wissenschaftliche Ausrichtung durch die Familientraditionen in Richtung eines "kosmopolitischen Nationalismus" geleitet worden ist, merkt er doch kritisch an, dass der Autor Webers kosmopolitische Grundhaltung etwas überschätzt. Unklar bleibt nach der Lektüre der Rezension, warum denn gerade diese Familie eine "terroristische Vereinigung" darstellte.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2001

Jahrzehntelang, so Stefan Breuer in seiner Rezension dieser neuen Max-Weber-Biografie, ist das Bild, das man sich vom Privatmenschen Max Weber gemacht hat, von dem von seiner Frau Marianne verfassten "Lebensbild" bestimmt worden. Das, meint Breuer, sollte nun vorbei sein, denn Guenther Roth hat jede Menge bisher unbekanntes Material zusammengetragen, das einige Korrekturen der bisherigen Ansichten erlaube. So werde nun etwa Max Webers Vater als prägende Gestalt sichtbar, aber auch die Herkunft seiner Mutter aus einer "kosmopolitischen Bourgeoisie", die liberal gesinnt war. Natürlich gibt es auch genauere Informationen zu den "Dreiecksbeziehungen" zwischen Max Weber, seiner Frau und seiner Geliebten Else Jaffé von Richthofen. Geschrieben sei die Biografie weniger in "narrativem Duktus" als "fragmentarisch" - was Breuer jedoch auch positiv sieht: umso mehr Material sei darin untergebracht. Ein kleines Problem macht er aber aus: in der Heldenverehrung für den Gegenstand seines Buches geht ihm Roth ein Stück zu weit. Als "posthumer Gründervater der Bundesrepublik" taugt Max Weber dann vielleicht doch nicht.
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