Michael Sukale

Max Weber. Leidenschaft und Disziplin

Leben, Werk, Zeitgenossen
Cover: Max Weber. Leidenschaft und Disziplin
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2002
ISBN 9783161472039
Gebunden, 642 Seiten, 69,00 EUR

Klappentext

Michael Sukale verknüpft die Analyse von Webers Werk mit der Erzählung und brieflichen Dokumentation aus seinem Leben und seiner Zeit und macht so die grundlegenden sozialethischen Probleme von Sinn, Wert und Macht sichtbar. Seine Mittel sind Biografie, Werkanalyse und die Einbeziehung der Vorgänger und Zeitgenossen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.08.2002

Seit Marianne Webers hagiographischer Lebensbeschreibung Max Webers aus dem Jahr 1926 gab es keine Biografie, die ein kritisches und zugleich umfassendes Bild von Leben und Werk dieses bedeutenden Wissenschaftlers zeichnete, meint Andreas Anter. Seines Wissens sitzen zur Zeit verschiedene Wissenschaftler an einer Max-Weber-Biografie, die er mit Spannung Erwartet - da nämlich auch Michael Sukales Weber-Porträt seiner Ansicht nach eher dürftig ausgefallen ist. Das liegt zum einen an der mageren Quellenbasis, die sich der Autor selbst verordnet hat : Als Grundlage dienen ihm lediglich Marianne Webers "Lebensbild", die Briefbände und Eduard Baumgartens Arbeit. Ansonsten habe der Autor beschlossen, so Anter, auf Sekundärliteratur völlig zu verzichten. Mit dem Nachteil, dass er auf umständliche Weise Weber-Positionen referiert, die längst zum Allgemeingut geworden sind. Immerhin behandelt Sukale Weber als einen vielseitigen Denker der in verschiedenen Disziplinen zuhause war, bemerkt Anter anerkennend. Auch gegen die chronologische Vorgehensweise hätte er nichts einzuwenden, würde sie nicht so bieder, steif und im Seminaristendeutsch daherkommen: Zitat folgt auf Zitat, erst Weber, dann ein Zeitgenosse und schließlich ein schulmeisterlicher Kommentar des Biografen, stöhnt der Rezensent. Zum Kennen lernen von Werk und Leben Max Webers also völlig ungeeignet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2002

Rezensent Stefan Breuer zeigt sich enttäuscht von Michael Sukales Max-Weber-Biografie. Allenfalls Lesern, die noch nie etwas von Weber gehört oder gelesen haben, kann das Buch etwas bieten, findet Breuer. Alle anderen werden es nach Breuers Meinung als "Tortur" empfinden. Wie der Rezensent ausführt, liegt dies vor allem daran, dass Sukale auf eine Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur verzichtet und dafür "erbarmungslos" seinen Zettelkasten über dem Leser ausleert. Am meisten ärgert Breuer, dass hier ein "vereindeutigter, entproblematisierter, gleichsam keimfrei gemachter Weber" präsentiert wird, ein Bild, fügt Breuer hinzu, "das dem Diskussionsstand von vor ungefähr vierzig Jahren entspricht". Abschließend rügt Breuer noch den Verlag, weil sich Sukales Werk vom Erscheinungsbild her kaum von der Max-Weber-Gesamtausgabe unterscheide. Von dieser Praxis sollte der Verlag Abstand nehmen, mahnt Breuer, denn man könne ein Gütesiegel auch entwerten, wenn man es allzu großzügig verleiht.

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