Klappentext

Die Konflikte der letzten 100 Jahre - wie sie entstanden, wie sie miteinander zusammenhängen. Wer die komplexe und konfliktreiche Gegenwart begreifen will, muss die Vergangenheit verstehen. Die Geschichte der letzten 100 Jahre ist die Geschichte miteinander verbundener, weltumspannender Kriege. Der Historiker Gregor Schöllgen schildert anschaulich die wichtigsten Konflikte und Konfliktlinien, die das Geschehen auf der Welt bis heute bestimmen. Ausgehend von der Russischen Revolution 1917, die die Grundlage für die globalen Auseinandersetzungen der folgenden Jahrzehnte legte, beschreibt er die vielfältigen Gesichter des Krieges: Revisionen und Interventionen, Raub und Annexion, Säuberung und Vernichtung, Flucht und Vertreibung bis in unsere Tage. Zeitweilig fror der Kalte Krieg die alten Konflikte der nördlichen Halbkugel ein, die Kriege fanden anderswo statt. Damit ist es vorbei. Kriegerische Auseinandersetzungen sind uns allen wieder näher gerückt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2018

Für den Rezensenten Ulrich Schlie schlägt der Autor mit seinem Buch gekonnt eine Schneise in das Gewirr der Literatur zur Weltpolitik. Mit dem Motiv des Krieges im Zentrum gelingt Gregor Schöllgen laut Schlie eine eingängige Geschichte der letzten hundert Jahre. Dass der Autor die Künste des Weglassens und der Verdichtung beherrscht und nicht moralisiert, sondern abgeklärt konstatiert, kommt dem Projekt zugute, meint Schlie und erkennt: Geschichte hat keinen Anfang und kein Ende, sie lebt von Déjà-vus. Ein kluges Buch, findet er, das erst ganz am Ende eine eurozentristische Sicht erkennen lässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2017

Jost Dülffer hat Schwierigkeiten mit Gregor Schöllgens Kriegsgeschichte der letzten einhundert Jahre. In Erwartung der Summe von Schöllgens Erkenntnissen stellt Dülffer fest, dass der Historiker mit Themen nicht spart und vom Ersten Weltkrieg bis in die jüngste Gegenwart Kriegskonstellationen, nation building, Verhandlungen, Querschnitts- und Strukturfragen kenntnisreich, abwägend und gut lesbar behandelt. Problematisch scheint dem Rezensenten dabei die Neigung des Autors zu einer allzu knappen, bisweilen provokant zugespitzten Darstellung und zu einer leichten Hand, die zwar von Kennerschaft zeugt, so Dülffer, den weniger informierten Leser jedoch vor Probleme stellen könnte.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2017

Bernd Greiner bekommt mit Gregor Schöllgens Buch die Gelegenheit, Bekanntes aus der Weltgeschichte neu zu sehen und Zusammenhänge zu erkennen, die "nicht verstanden" oder "wieder vergessen" wurden. Schöllgen serviert ihm Geschichte mit einem doppeltem Blick, in dem Vergangenes und Gegenwärtiges im Wechselspiel zur Erkenntnis führt. Dass der Autor ohne vereinfachende Antworten auskommt und sein Anliegen der Suche nach einer zeitgemäßen Sicherheitsarchitektur nüchtern und in einer lesbaren Sprache vermittelt, findet Greiner bemerkenswert.
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