Herausgegeben von Etienne Francois, Kornelia Konczal, Robert Traba und anderen. Im Zuge des Epochenjahrs 1989 und der EU-Osterweiterung haben Fragen der Vergangenheitsdeutung für die Europäer immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dies gilt nicht nur für Nationalgesellschaften und ihre Gedächtnisdiskurse, sondern auch für Erinnerungskonflikte zwischen europäischen Nationalstaaten und für europäische Institutionen. Geschichtspolitik, betrieben von staatlichen Instanzen, politischen Parteien, Kirchen und anderen religiösen Einrichtungen, Gewerkschaften, Unternehmen, Kommunen, Medien, Kulturinstitutionen, Wissenschaftlern sowie zivilgesellschaftlich organisierten Opfer- und Interessengruppen, ist mittlerweile ein zentrales Politikfeld sowie ein erkenntnisträchtiges Objekt sozial- und geisteswissenschaftlicher Forschung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2014
Von wegen gesamteuropäische Erinnerungskultur. Gibt es nicht, erkennt Cornelius Wüllenkemper nicht zuletzt angesichts dieses Sammelbandes mit einem zwar qualitativ schwankenden, doch insgesamt angenehm unpathetischen und politisch eben nicht korrekten Beitragsspektrum. Da geht es um Rentenbezüge für Stasi-Leute und Opferdiskurse. Letztere werden laut Rezensent mit spitzer Feder attackiert vom polnischen Historiker Wlodzimierz Borodziej oder auch durch Pieter Lagrou, der davor warnt, in Nostalgie zu versinken. 22 Aufsätze also, die dem Rezensenten einen Eindruck vermitteln, wie die Identität Europas zustande kommt abseits von Bankenpleiten und Rettungsfonds.
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