Klappentext

Als der deutsche Marineoffizier Adrian Seiler im Sommer 1911 nach London geschickt wird, um an der Botschaft auszuhelfen, ahnt er nicht, was ihm bevorsteht. Er weiß nicht, dass in England eine hysterische Angst vor deutschen "Schläfern" und Spionen herrscht. Dass er deshalb von einem englischen Agenten überwacht wird. Dass er sich ernsthaft verlieben wird, ausgerechnet in Vivian, die Tochter des deutschstämmigen Buchhändlers Peterman. Dass er sich zu einem der ersten professionellen Spione umfunktionieren lassen wird und somit Vivian, deren Vater und sich selbst aufs Äußerste gefährdet.
Gerhard Seyfried erzählt diese Geschichte vom Krieg mitten im Frieden als Spionageroman vor dem Hintergrund einer englischen Germanophobie, ausgelöst durch die Verschwörungsthriller des Schundautors William Le Queux. Detailgenau und faktentreu gelingt Seyfried die erzählerische Rekonstruktion eines Stücks deutsch-englischer Geschichte, in der die Anfänge der modernen Geheimdienste, das Flottenwettrüsten zwischen Britannien und dem Deutschen Reich also die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs das große historische Panorama bilden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 31.01.2013

Der dritte Roman aus Gerhard Seyfrieds Kaiserzeit-Serie widmet sich dem Wettrüsten zur See zwischen England und dem Deutschen Reich, berichtet Christoph Ludszuweit. Der Titel "Verdammte Deutsche!" ist einem Ausruf britischer Geheimagenten entnommen, die 1911 mit brodelnden Gerüchten um eine bevorstehende Invasion der Deutschen zu kämpfen hatten - die angeblich eintausend Spione des Reiches bereits fiebrig vorbereiteten. Seyfrieds Protagonist ist ein Marineoffizier, der in die deutsche Botschaft in London versetzt wird und flugs unter Verdacht gerät, für sein Heimatland zu spionieren; er verliebt sich in eine Britin und verstrickt sich mit der Zeit tatsächlich in geheimdienstliche Machenschaften, fasst der Rezensent zusammen. Obwohl der Autor zur überbordenden Detailverliebtheit neige und durch seine Recherchen dafür auch ausreichend Material an der Hand hatte, findet Ludszuweit auch diesen Roman wieder sehr spannend und vergnüglich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

Das ist wirklich zum Lachen. Rezensent Lorenz Jäger hält es tatsächlich für nötig, den Cannabis-Konsum des Autors zu thematisieren ("dem klaren Denken nicht gerade günstig"), um dann daraus ein Lob zu stricken für die liebevolle Genauigkeit der Schilderungen in diesem Roman! Dazu ist der Autor also dennoch fähig, stoned, wie er ist. Hervorragend. Im Übrigen ist Gerhard Seyfrieds historischer (oder sollte man nicht besser sagen historisierender) Roman über den Konflikt zwischen London und Berlin zwischen 1911 und 1914, in dem auch eine zarte Liebesgeschichte Platz hat, für den Rezensenten eine spannende und sympathische Angelegenheit, technisch detailreich, und differenziert in der Schuldzuweisung.
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