Mit einem Vorwort von Markus Wolf und Werner Großmann. Sie waren Wissenschaftler, Journalisten, Militärs, Politiker, Diplomaten oder Verfassungsschützer, integre Leute mit bundesdeutschem Pass zumeist. Irgendwann in ihrem Leben entschieden sie sich - freiwillig, wohlüberlegt und ohne materielle Vorteile in Aussicht zu haben -, für die geheimdienstliche Aufklärung der DDR gegen die BRD zu arbeiten. Dreißig ehemalige Spitzenquellen im Westen berichten erstmals als Gruppe über ihre Motive, ihre Arbeit und deren Folgen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2003
Detlef Kühn mag dieses Buch überhaupt nicht: Der Fachmann erfährt nichts neues, der Laie wird sich bei der Lektüre diesen "moraltriefenden" und "larmoyanten" Erinnerungen einiger Top-Spione der HVA langweilen, prophezeit er. Die meisten schreiben gar nicht über ihre Tätigkeit in der Aufklärung, beklagt er sich. Gabriele Gast etwa "weint sich nur über die 'Isolationsfolter' aus, der sie angeblich nach ihrer Verhaftung 1990 unterworfen war". Politische Gefangene in der DDR hätten von einer solchen Behandlung, die immerhin im "Freigang" endete, nicht mal zu träumen gewagt, schnaubt unser Rezensent. Interessant findet er eigentlich nur die Geschichte von Herbert Willner, den Kühn offenbar persönlich kannte. Willner war erst beim "Spiegel" und bekleidete später wichtige Posten in der FDP. Hat er dort dazu beigetragen hat, den einer "Wiedervereinigung feindlichen Zeitgeist" in den achtziger Jahren zu fördern? Willner scheint das abzustreiten, aber für den Rezensenten hat sich eine Forschungslücke aufgetan: "Die FDP-Deutschlandpolitik ist von der zeitgeschichtlichen Forschung noch nicht untersucht worden", stellt er fest.
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