Friedrich Meinecke, der führende Repräsentant der deutschen Geschichtswissenschaft in der Weimarer Republik und nach 1945, war ein angesehener akademischer Lehrer. Als etliche seiner Schüler ab 1933 aufgrund ihrer jüdischen Abstammung oder politischen Haltung zur Emigration gezwungen wurden, hielten viele dennoch brieflichen Kontakt mit ihrem Lehrer bzw. knüpften nach Kriegsende an die alten Verbindungen an. Die jahrelange Korrespondenz z.B. mit Hans Rothfels, Dietrich Gerhard, Hajo Holborn, Felix Gilbert, Hans Rosenberg dokumentiert die persönlichen Beziehungen zwischen Meinecke und seinen Schülern und ist eine Fundgrube für Fragen der Emigration und Remigration, deutsch-jüdischer und deutsch-amerikanischer Identität sowie der Geschichte der Geschichtswissenschaft zwischen Demokratie und Diktatur. In seiner ausführlichen Einleitung stellt G. A. Ritter Meinecke und seine emigrierten Schüler vor und akzentuiert die Beziehungen zwischen deutscher und amerikanischer Geschichtswissenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2007
Nützlich findet Patrick Bahners diese Quellenedition des Münchner Historikers Gerhard A. Ritter. Für wesentlich hält er die präsentierten Ausschnitte aus den Korrespondenzen Friedrich Meineckes und seiner Schüler und entdeckt in ihnen "interessante Schattierungen", etwa in den Kommentaren zu Meineckes "Besinnungsaufsatz über Ranke und Burckhardt". Für Bahners ergibt sich aus den zum Teil "erschütternden" Dokumenten eine Sicht auf Meineckes ideengeschichtliche Lehre, die den "Verdacht der Weltfremdheit" nicht aufkommen lässt und den "lebendigen Zusammenhang der Gelehrtengeschlechter" offenbart.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.08.2007
Mit hohem Lob bedenkt Rezensent Thomas Meyer diesen Band über den Historiker Friedrich Meinecke, den Gerhard A. Ritter vorgelegt hat. Ihm scheint das Buch mindestens ebenso verdienstvoll wie Ritters Werk "Der Preis der Einheit", für das der Historiker im November den Deutschen Historikerpreis erhält. Er schätzt den Band über Meinecke, einen der führenden deutschen Historiker in der Weimarer Republik und nach 1945, als einen wertvollen Beitrag zur Historiographie- und Emigrationsforschung. Im Mittelpunkt sieht er das Verhältnis Meineckes zu seinen zahlreichen jüdischen Schülern, die sich als Meineckerianer verstanden und die Geschichtsschreibung des Mittelalters bis hin zur Gegenwart stark geprägt haben. Er bescheinigt Meyer, eine Fülle von eindrucksvollem Material zusammengetragen und "klug, wach und urteilsfreudig" kommentiert zu haben.
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