Kuno Raeber

Kuno Raeber: Werke

Band 6/7: Aus dem Nachlass I + II, Tagebücher, Korrespondenz; Gedichte, Prosa, Aufsätze
Cover: Kuno Raeber: Werke
Scaneg Verlag, München 2010
ISBN 9783892354444
Gebunden, 1100 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Der erste Teil der Publikation aus Raebers Nachlass präsentiert eine Darstellung seines Lebens, gefolgt von Tagebüchern und Korrespondenz. Die Tagebücher seit 1941 begleiten zuerst die Reflexionen des Luzerner Kantonsschülers, dann die Schwierigkeiten des Historikers mit Frau und Kindern in der akademischen Welt, der sich zum Dichter berufen fühlt und schließlich als freier Schriftsteller nur für sein Werk leben will und offen homosexuell ist, als das noch ein Straftatbestand war.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2011

Lobend nimmt Rezensentin Sabine Doering diese beiden Bänden auf, mit denen die Werkausgabe Kuno Raebers abgeschlossen wird. "Sorgfältig und klug" haben die Herausgeber in ihren Augen den Nachlass gesichtet und Texte aus den Tagebüchern, Korrespondenzen und bisher unveröffentlichten Gedichten ausgewählt. Auch notiert die Rezensentin, dass mit dem beigefügten umfassenden Lebensbericht so etwas wie eine erste Biografie Raebers erschienen ist, der mit seinem libertären Lebenswandel und seiner an Horaz, Hölderlin und Hofmannsthal angelehnten Lyrik zeit seines Lebens ein Außenseiter des Literaturbetriebs blieb.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.06.2011

Michael Braun begrüßt die beiden Teilbände aus dem Nachlass des Schweizer Schriftstellers Kuno Raeber mit Tagebucheinträgen, Briefen und Texten und betont, dass sie mehr als "dokumentarischen Wert" haben und vielmehr als veritabler Teil seines schriftstellerischen Schaffens anzusehen sind. Der Autor erfuhr bei einer Lesung 1959 beim Treffen der Gruppe 47 eine vernichtenden Kritik, erlebte damit einen "Wendepunkt" und schlug sich fürderhin zunehmend mit schriftstellerischen Misserfolgen herum, erfahren wir aus Brauns Lektüre der Tagebuchaufzeichnungen. Für den Rezensenten steht allerdings die Bedeutung von Raebers Werk nicht in Frage und für ihn stellt die Lektüre der beiden Bände die faszinierende Dokumentation seiner "nonkonformistischen Poetik" dar. Raeber feierte in seinen Werken die Kraft des Eros als "Motor der poetischen Einbildungskraft" und bekannte sich eigensinnig zum "vollkommenen" Kunstwerk ohne politische Intentionen, erklärt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.02.2011

Rezensentin Susanne Gmür vermutet, dass Motive und Stil des Schweizer Autors Kuno Raeber für die Leser allzu verschroben waren, um ihm zu der Aufmerksamkeit zu verhelfen, die sein Werk verdient hätte. Nun veröffentlicht der scaneg Verlag im Rahmen seiner Raeber-Werkausgabe die letzten beiden Bände aus dem Nachlass mit Tagebuchaufzeichnungen, Briefen, Gedichten und Prosatexten, freut sich die Rezensentin. Der jugendliche Raeber ist ihr in seinen Schwärmereien ein bisschen zu überschwänglich. Dafür hat sie mit Interesse seine späteren "glasklaren" Notate zu seiner Ehe, seiner Homosexualität oder die Korrespondenz mit Schriftstellerfreunden gelesen, nachdem er sich von der Religion ab- und einer "ausgeprägten Sexualität" zugewandt hatte. Unter den Prosatexten der Nachlassbände hat sie manch schönen Fund gemacht, wovon sie insbesondere das "seltsame Stadtporträt" Münchens fasziniert hat.
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