Im Gedenkjahr an den Anschluss Österreichs 1938 werden biografische Porträts 20 österreichischer Historikerinnen und Historiker vorgestellt. Unter ihnen befinden sich international bekannte Namen, aber auch weniger renommierte Personen. Die wissenschaftsgeschichtlich Porträtierten erlebten in den Jahren 1900 - 1945 die oder zumindest eine wesentliche Zeitspanne ihres beruflichen Wirkens, das an Universitäten, Bibliotheken und Archiven in Österreich, Deutschland, der Tschechoslowakei und schließlich im Großdeutschen Reich stattfand. Der Zeitrahmen umfasst das Wirken dreier Historikergenerationen und korrespondiert mit einer auch international beachteten Hochphase der österreichischen Geschichtswissenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.11.2009
Zumindest bei einem der hier porträtierten neunzehn österreichischen Historiker kann sich Christian Jostmann eine eindeutige Einordnung nicht vorstellen. Eduard Winters Lebensgeschichte vom österreichischen Priester zum DDR-Akademiker aber erscheint Jostmann wie auch dem Herausgeber Karel Hruza als paradigmatisch für das an Brüchen reiche 20. Jahrhundert. Dass die im Band enthaltenen Aufsätze zu Alfons Dopsch, Theodor Mayer u. a. in dieser Hinsicht ebenfalls aufschlussreich sind, legt Jostmann nahe. Einen Einblick in die Vernetzungen der "großdeutschen" akademischen Szene bis 1945, meint er, gewähren sie sicher.
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