Aus dem Französischen von Ernst W. Junker. "Aurelia" ist das letzte Werk des großen französischen Schriftstellers Gérard de Nerval, bevor er 1855, heimgesucht von zunehmenden Wahnvorstellungen, starb. Der Erzähler wandelt in Trauer um seine verlorene Geliebte Aurelia zwischen einer Traumwelt und der Wirklichkeit und driftet immer tiefer in eine oft fantastische, zuweilen auch alptraumhafte Zwischenwelt ab. Er sieht Geister, Ungeheuer, Chimären und Hinweise auf seinen baldigen Tod. Bis ihn seine rastlose Suche nach Erlösung zu einer neuen Frau führt, die ihn auf magische Weise in ihren Bann zieht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2017
Rezensent Niklas Bender bedauert, dass dieses Neuausgabe von Gerard de Nervals Roman "Aurelia" editorisch so vieles zu wünschen übrig lässt. Das haben Autor, Text und Leser nicht verdient, findet er. Es geht mit dem dürren Nachwort los, geht weiter mit den spärlichen Anmerkungen und endet bei einer Übersetzung, die den editorischen Unsicherheiten im Text (Nerval nahm sich vor Erscheinen des zweiten Teils das Leben) nicht Rechnung trägt, bedauert Bender. Das Revolutionäre, radikal Moderne des Textes mit seinen wahnwitzigen Visionen, seiner hermetischen Symbolwelt und der "düsteren Wucht" seiner Themen, ist so für den Leser eine harte Nuss, lässt uns der Rezensent ahnen.
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