Die Ehe von Klara und Ernst ist am Ende, längst haben sich die Lektorin und der Arzt entfremdet. Doch 1938 ändert sich alles. Die NS-Truppen marschieren in Österreich ein, und Klara will ihren jüdischen Noch-Ehemann nicht im Stich lassen. Für sie, Ernst und die beiden Kinder beginnt ein bitterer Kampf ums Überleben, der sie in die Schweiz und ins von den Nazis besetzte Belgrad führt. Klara beschreibt die Härten dieses Alltags genauso wie die seltenen Momente kleiner Freuden und bewahrt sich dabei einen unbestechlichen Blick auf die politischen und menschlichen Verwerfungen rundum.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.09.2019
Karl-Markus Gauß freut sich über die Neuauflage des Romans von Friederike Manner aus dem Jahr 1948. Die Wiederentdeckung der Autorin scheint ihm gerechtfertigt, weil Manner ihr eigenes Schicksal als Frau eines jüdischen, im KZ ermordeten Arztes, die Flucht mit den Kindern von Österreich nach Jugoslawien und die ständigen Anfeindungen im Nachkriegswien mit den historischen Ereignissen kreuzt, mit Porträts, Tagebucheinträgen und philosophischen Exkursen und dokumentarischen Passagen versetzt und so literarisch ambitioniert gestaltet. Der mal lakonische, mal pathetische Ton der Erzählung hat Gauß mitgerissen.
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