Aus dem Französischen von Karl Georg Hemmerich. Mit den Fotografien von Hans Hinz und einem Nachwort von Rita Bischof. Zu einem Zeitpunkt, wo die Tier- und Pflanzenwelt, das "wilde Leben", mehr denn je bedroht erscheinen, illiminiert Rita Bischof den Text von Georges Bataille über Lascaux. Den Tiermalereien, die 17.500 Jahre lang in der Nacht der Höhle auf ihre Entdeckung gewartet haben, begegnete Bataille mit der Frage nach dem Ursprung der Kunst. Seine Antworten, die grundlegende Begriffe auf ungeahnte Weise in Beziehung setzen, werden im Zusammenhang der prähistorischen Forschung und des zeitgenössischen Denkens im Spannungsverhältnis zwischen Technik und Ästhetik situiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2019
Der hier rezensierende Kunsthistoriker Peter Geimer empfiehlt Georges Batailles Essay von 1955 in überarbeiteter Übersetzung von Karl Georg Hemmerich und und mit einem instruktiven Nachwort von Rita Bischof. Noch einmal liest der Kritiker Batailles philosophisch-poetische Reflexionen über die Malereien in der Höhle von Lascaux, erkennt das Staunen über und das Ringen um die Bildnisse, anhand derer Bataille beispielsweise darüber sinniert, ob die ersten Menschen lachten oder wie sie mit ihrer Sterblichkeit umgingen. Dieser eigenwillige Zugang zu den Malereien lohnt die Lektüre immer wieder, versichert der Rezensent, der sich ebenso gern die faszinierenden Fotografien von Hans Hinz angesehen hat, der Bataille bei seiner ersten Expedition nach Lascaux im Winter 1953 begleitete.
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