George Monbiot

Neuland

Wie wir die Welt ernähren können, ohne den Planeten zu zerstören
Cover: Neuland
Karl Blessing Verlag, München 2022
ISBN 9783896676870
Gebunden, 480 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von von Rita Gravert. Die Landwirtschaft ist die weltweit größte Ursache für Umweltzerstörung - und die, über die wir am wenigsten sprechen. Wir haben große Teile des Planeten gepflügt, eingezäunt und beweidet, vergiftet, um uns zu ernähren. Unser Ernährungssystem gerät dadurch ins Wanken.Aber George Monbiot entwirft die Vision einer neuen Landwirtschaft. Er trifft Obst- und Gemüsebauern, die unser Verständnis von Fruchtbarkeit revolutionieren, Züchter mehrjähriger Körner, die das Land von Pflügen und Giften befreien, Wissenschaftler, die neue Wege für den Protein- und Fettanbau beschreiten. Auf der Grundlage erstaunlicher Fortschritte in der Bodenökologie zeigt Monbiot, wie wir die Welt ernähren können, ohne den Planeten zu verschlingen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 05.11.2022

Rezensent Harald Staun wird hellhörig bei George Monbiots radikalen Positionen und Vorschlägen zur Veränderung unseres Ernährungssystems. Denn entschlossen und mit dem Expertenwissen eines "Nerds" räume der britische Umweltaktivist mit so einigen Illusionen bezüglich Landwirtschaft, Umweltschutz und Bioernährung auf, so der Kritiker. So sei nicht die Energiegewinnung, sondern der "Flächenfraß" durch Landwirtschaft und Tierhaltung das größte Umweltproblem, dem wir uns stellen müssen, so Staun, der auch lesen muss, dass Biorindfleisch aus Weidelandhaltung wohl das umweltschädlichste landwirtschaftliche Produkt ist, weil dafür massenhaft Boden benötigt werde. Durchaus bewusst, wie der Kritiker zu schätzen weiß, sei sich Monbiot natürlich des Problems, dass die Proteinversorgung der Weltbevölkerung irgendwoher kommen muss - und hat dafür auch einen konkreten Vorschlag: Bakterienkulturen, in denen aus Wasserstoff, Sauerstoff und Solarenergie Proteinpulver gewonnen wird, erklärt Staun. Einziger Haken seien hier die aktuell noch sehr hohen Kosten. Spannend findet der Kritiker außerdem Monbiots Hinweis darauf, dass für eine solche Ernährungsumstellung erst noch die kulturell (und besonders literarisch) fest verankerte Idealvorstellung eines friedlichen Bauerndaseins überwunden werden müsse - eine radikale Setzung, die der Kritiker zu bewundern scheint.

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