Herausgegeben von Walfried Linden und Alfred Fleissner. Die erstaunlichen Entdeckungen der Hirnforschung der vergangenen 20 Jahre haben zu einer äußerst kontroversen Debatte über die philosophischen und gesellschaftlichen Schlussfolgerungen aus diesen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen geführt. Das Lernen von Kindern und Erwachsenen, Pädagogik und Psychotherapie erhalten eine neue Basis durch die Erforschung neurophysiologischer Prozesse. Insbesondere aber hat die Diskussion um den freien Willen des Menschen die Frage nach unserem Menschenbild und nach der strafrechtlichen Verantwortung des Individuums neu gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.07.2005
Den hohen Erwartungen, die vorliegender Band mit seinem Untertitel "Entwurf eines gemeinsamen Menschenbildes von Neurobiologen und Geisteswissenschaftlern" weckt, wird er nach Ansicht Rezensent Bruno Preisendörfer nicht ganz gerecht. Wie er berichtet, behandeln die aus interdisziplinären Veranstaltungsreihen hervorgegangen Beiträge ein breites Spektrum an Themen von erkenntnistheoretischen Problemen und dem Thema Sprache und Gehirn über Menschenbilder in Mythos und Neurobiologie bis zur Traumaforschung. Zwar findet Preisendörfer die Beiträge "im Einzelnen" durchaus "interessant", als Text-Ensemble aber lasse das Ganze zu wünschen übrig - trotz der Bemühungen des Herausgebers Linden, die auseinander driftenden Spezialgebiete im Blick zu behalten. Herausgeber Fleissner wiederum spreche resigniert von mangelnder Verständigungsbereitschaft zwischen Geistes- und Neurowissenschaftlern.
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