Aus dem Englischen von Claudia Kotte. Mit einem Nachwort von Sven Felix Kellerhoff. Mit 42 Schwarzweiß-Abbildungen. Mai 1945: Das Dritte Reich ist untergegangen, aber das Vierte Reich wird kommen? Unmittelbar nach der deutschen Kapitulation mehren sich die Gerüchte über die subversiven Aktionen untergetauchter Nazis. Trotz der raschen politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung Deutschlands, ist die Furcht vor der Reinkarnation des Nationalsozialismus spürbar. Dieser Mythos eines Vierten Reiches begleitet die Entwicklung der westlichen Welt seit der Nachkriegszeit und wird auch im 21. Jahrhundert in der politischen Polemik rezipiert: "III. Reich tanks - fourth Reich banks!"Eine systematische ideengeschichtliche Aufarbeitung dieser Politik und Kultur prägenden Dystopie ist daher längst überfällig. Gavriel D. Rosenfeld, der umfassend zum Nationalsozialismus forscht und publiziert, analysiert erstmals die Entwicklung und Wandlung des Vierten Reiches als Idee innerhalb und außerhalb Europas, seit dessen Aufkommen im nationalsozialistischen Deutschland bis zur heutigen Reichsbürgerbewegung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2020
Rezensent Stephan Speicher findet das Buch des Historikers Gavriel D. Rosenfeld insgesamt zu unbestimmt und methodisch allzu unklar. Der Versuch des Autors, die Idee vom "Vierten Reich" und die daran geknüpften Ängste im Sinne einer "kontrafaktischen Geschichte" zu untersuchen, scheint Speicher an sich spannend. Wenn Rosenfeld den Naumann-Kreis oder die Partisanengruppe Werwolf in Augenschein nimmt, kommt für Speicher allerdings wenig bei rum, unter anderem da der Autor es versäumt, die "nationalsozialistische Verführbarkeit der Nachkriegsdeutschen" genauer zu betrachten. Sympathisch ist ihm allerdings Rosenfelds "unsensationalistischer" Gestus.
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