Die Geschichte eines schwarzen Deutschen, der sich in den verschiedenen Gesellschaftssystemen, im "Dritten Reich", der DDR und im Nachwendedeutschland behaupten musste. Gert Schramm wird 1928 als Sohn einer Deutschen und eines schwarzes US-Amerikaners in einem kleinen thüringischen Dorf geboren. In die behütete Kindheit des Jungen, dem man seine nicht arische Herkunft schon weitem ansieht, bricht bald schon die Allgegenwart des Nationalsozialismus ein. Die Haft im KZ Buchenwald überlebt der Fünfzehnjährige nur aufgrund der Courage seiner Mithäftlinge. Nach Kriegsende muss er erleben, dass diejenigen, die für sein Schicksal Mitverantwortung tragen, noch immer in Amt und Würden sind. Er geht zunächst in den Westen Deutschlands, später nach Frankreich, kehrt jedoch schließlich in die DDR zurück. Dort widersetzt er sich bewusst der sozialistischen Doktrin und macht sich mit einem Transportunternehmen selbständig. Seit er nach der Wende von Neonazis bedroht wurde, engagiert er sich in der Aufklärungsarbeit gegen Rechts. Seine Erinnerungen sind ein eindringliches Zeugnis, wie Rassismus und Ausgrenzung die Gesellschaftssysteme überdauern und was man dagegen tun kann.
Rezensentin Marie-Sophie Adeoso würdigt Gert Schramms Autobiografie "Wer hat Angst vorm schwarzen Mann" als "bewegendes Dokument" eines KZ-Überlebenden. Das Buch des 1928 als Sohn einer deutschen Schneiderstochter und eines afroamerikanischen Ingenieurs geborenen Autors gibt für sie einen erhellenden Einblick in die Geschichte schwarzer Deutscher. Eindringlich schildert Schramm in ihren Augen, wie er nach einer glücklichen Kindheit als "Negerbastard" diffamiert wurde, mit 14 Jahre in Gestapo-Haft kam und mit 15 Jahren ins Konzentrationslager Buchenwald. Sie hebt hervor, dass die schreckliche Zeit im KZ, die Schramm mit Glück und mit der Hilfe von Mitgefangenen überlebte, nur ein Kapitel des Buchs ausmacht. In den anderen Kapiteln liest sie von einem an erstaunlichen Wendungen reichen Leben zwischen Ost und West. "Ein Leben", so die Rezensentin, "das sich nicht darauf reduzieren lässt, zum Opfer gemacht worden zu sein."
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