In seinem neuen Buch 'Hitlers adliger Diplomat. Der Herzog von Coburg und das Dritte Reich' erzählt der Historiker Hubertus Büschel auf Grundlage neuer Quellen aus dem Familienarchiv, wie ein britischer Prinz in Deutschland zum glühenden Verehrer Hitlers wurde.Carl Eduard war ein Enkel der britischen Königin Victoria und wurde 1905 Regent in Coburg. Bereits 1927 lud er Adolf Hitler zur Trauerfeier für Houston Stuart Chamberlain nach Coburg ein. Nicht zuletzt dank Carl Eduards Einfluss wurde Coburg zur ersten nationalsozialistisch regierten Stadt Deutschlands. Zur Reichstagswahl 1932 veröffentlichte der Herzog einen Wahlaufruf für Hitler. Als Repräsentant des "Dritten Reichs" ließ er nach der Machtergreifung seine internationalen Verbindungen spielen, um den Nationalsozialismus salonfähig zu machen und leugnete schließlich als Präsident des Deutschen Roten Kreuzes die Gräuel der Konzentrationslager.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2016
Martin Kröger hält die von Hubertus Büschel verfasste Biografie für wichtig, auch wenn der Titel des Buches in die Irre leitet, wie er findet, denn es handelt nicht von einem Diplomaten. Mit Carl Eduard von Coburg stellt ihm der Autor allerdings ein Musterbeispiel für die Verbandelung von Adel und NS-Regime vor. Dass Büschel Coburg als Täter aus der zweiten Reihe präsentiert, betont Kröger gleichwohl auch. Bedeutsam, um Legendenbildung vorzubeugen, meint der Rezensent. Was es mit Coburg auf sich hatte, wie völkisches Gedankengut bis zum Schluss sein Leben bestimmte und ihn zu einem gut vernetzten, willigen Multifunktionär und schließlich sogar zum Präsidenten des Roten Kreuzes in Hitlers Diensten machte, vermittelt Kröger der Band in leicht zu lesender Weise.
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