Gabriele del Grande

Mamadous Fahrt in den Tod

Die Tragödie der irregulären Migranten im Mittelmeer
Cover: Mamadous Fahrt in den Tod
Loeper Verlag, Karlsruhe 2008
ISBN 9783860595107
Gebunden, 216 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

"Tausende und Abertausende von Toten, eine unbestimmte Anzahl von Vermissten, über die man nie mehr etwas erfahren wird." So charakterisiert Fulvio Vassallo Paleologo, Professor an der Universität von Palermo, die "Nebenwirkungen" eines von Europa einseitig gegen Migranten erklärten Krieges, der die irreguläre Migration stoppen und die Einreisemöglichkeiten - auch für Asylsuchende - beenden soll. Die namenlosen Opfer dieser europäischen Abschottungspolitik sind meist allenfalls noch eine Randnotiz in unseren Zeitungen wert. Der italienische Journalist Gabriele del Grande ist der Spur dieser "Namenlosen" gefolgt. In eindrucksvollen Reportagen geht er ihrer Geschichte und ihren Geschichten nach.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.06.2008

Rezensentin Anke Schwarzer begrüßt Gabriele del Grandes aufrüttelndes Buch über die "Tragödie der irregulären Migranten im Mittelmeer". Sie hebt die Recherchen des italienischen Journalisten hervor, der drei Monate den Spuren afrikanischer Flüchtlinge folgte, mit Migranten, ihren Familien und Menschenrechtsorganisationen sprach und auch Abschiebelager sowie Gefängnisse besuchte. Zwar sind die Reportagen nicht immer glänzend übersetzt. Auch hätte sich Schwarzer bisweilen mehr Quellenhinweise gewünscht. Aber diese Kritikpunkte fallen für sie nicht allzu negativ ins Gewicht. Demgegenüber unterstreicht sie die Stärke des Buchs: dass es dem Autor gelingt, "den Toten Gesichter und Namen zu geben". Er rekonstruiere Umstände der Auswanderung, recherchiere Namen und Herkunft von Ertrunkenen, besuche ihre Familien. Zudem führt del Grande für sie die Mit-Verantwortung der Europäische Union für die zahlreichen Toten vor den Küsten eindringlich vor Augen und zeigt überzeugend auf, dass die Rede von einer "Invasion" der Flüchtlinge eine Mär ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.05.2008

Gabriele del Grandes Buch über illegale Einwanderer aus Afrika, die versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen, hat Rezensentin Vera Gaserow nicht kalt gelassen. Sie bescheinigt dem italienischen Journalisten, diesen Menschen, die man in Europa bestenfalls mitleidig als "anonymes menschliches Strandgut" wahrnehme, wieder ein "Gesicht und eine Geschichte" zu geben. Der Autor führe die endlosen Odysseen der afrikanischen Einwanderer, ihre lebensgefährlichen und oft tödlich verlaufenden Fluchtversuche, ihre Demütigungen und Erniedrigungen am Beispiel von einzelnen Schicksalen und Geschichten eindringlich vor Augen. Das Buch ist für Gaserow auch eine "Chronik menschlicher Tragödien", die die "humanitäre Bankrotterklärung Europas" dokumentiert.
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