Herausgegeben von Manfred Durner und Wilhelm G. Jacobs. Unter Mitwirkung von Peter Kolb.Herausgegeben von Manfred Durner und Wilhelm G. Jacobs. Unter Mitwirkung von Peter Kolb. Die Monografie "Einleitung zu seinem Entwurf eines Systems der Naturphilosophie" von 1799, in welcher der Begriff einer Philosophie der Natur entfaltet wird, sowie sämtliche Beiträge Schellings zum ersten Band der von ihm herausgegebenen "Zeitschrift für spekulative Physik" (1800) sind in diesem Band enthalten. Dazu gehören vor allem die wichtige naturphilosophische Abhandlung "Allgemeine Deduction des dynamischen Processes", welche eine systematische Theorie der Materie bietet, die "Miscellen des Herausgebers" und das Pamphlet gegen die "Allgemeine Literatur-Zeitung". Der Band bringt daneben auch Texte, die in den "Sämmtlichen Werken" von Schellings Sohn nicht wiedergegeben sind, wie z.B. den Aufsatz über John Brown, der 1799 in Röschlaubs Magazin erschien. Jeder Text wird mit zahlreichen erklärenden Anmerkungen dem Verständnis des heutigen Lesers erschlossen und ist mit einem textkritischen Apparat versehen. Der editorische Bericht bietet neue Forschungsergebnisse zur Entstehungsgeschichte der 'Zeitschrift für spekulative Physik' und zum Hintergrund von Schellings Streit mit der "Allgemeinen Literatur-Zeitung". Register und Bibliografie beschließen den Band.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2004
Als "bewundernswert gut" würdigt Hans Jörg Sandkühler diese historisch-kritische Edition der Werke Schellings, von der nun der achte Band vorliegt, der die Ausgabe der frühen Naturphilosophie und damit die Phase vor dem großen "System des transzendentalen Idealismus" (1800) abschließt. Der Band mache bewusst, "dass vor dem Lesbarwerden die Arbeit der Archäologen steht." Großen Respekt zollt Sandkühler daher den Herausgebern M. Durner, W. G. Jacobs und P. Kolb. Deren editorische Berichte zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte von Schellings Einleitung zu seinem "Entwurf eines Systems der Naturphilosophie" (1799), zur "Allgemeinen Deduction des dynamischen Proceßes" (1800) und zu weiteren kleinen Schriften sind Sandkühler zufolge zum Teil länger als die Texte selbst. Er erachtet sie als "Musterbeispiele dafür, was an historischer Arbeit zu leisten ist, damit heutige Leser lesen können". Einziger Wermutstropfen ist für Sandkühler der Preis des Bandes - "Werke 8" kostet 270 Euro! "Wer soll verstehen", so der Rezensent kopfschüttelnd, "warum Schelling auf diese Weise der Öffentlichkeit entzogen wird?"
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