Herausgegeben von Gisa Franke und Stefan Rebenich. Der Briefwechsel zwischen dem Althistoriker Theodor Mommsen (1817¿1903) und dem Ministerialbeamten im preußischen Kultusministerium Friedrich Althoff (1839 - 1908) ist ein herausragendes Zeugnis der Wissenschafts-, Bildungs-, Universitäts- und Sozialgeschichte des Deutschen Kaiserreiches. Mommsen und Althoff prägten über zwei Dezennien die preußische und deutsche Wissenschaftslandschaft; sie besetzten Stellen, ermöglichten und verhinderten Berufungen, inaugurierten Forschungsprojekte, stritten für Forschungsverbünde, kümmerten sich um Besoldungsfragen, warben um potente Mäzene, eröffneten neue Möglichkeiten der Forschungsfinanzierung, diskutierten unterschiedliche Reformvorhaben, optimierten das Bibliothekswesen und das akademische Prüfungsreglement, betrieben im nationalen Interesse Wissenschaftspolitik und verhalfen den deutschen Universitäten zu Weltruhm.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.06.2012
Jens Bisky begrüßt die von Gisa Franke und Stefan Rebenich herausgegebene kommentierte Korrespondenz zwischen dem preußischen Ministerialbeamten Friedrich Althoff und dem Historiker Theodor Mommsen. Bisky sieht sie einerseits als wertvolles wissenschaftshistorisches Dokument des Umbaus des deutschen Wissenschaftssystems, dem sich die beiden Briefpartner verschrieben hatten, sowie als kulturgeschichtliche Fundgrube des Kaiserreichs, andererseits weiß er auch um die andauernde Aktualität des "Systems Althoff" als Bezugspunkt des Humboldtschen Universitätsmodells. Auch in den Briefen besprochene Kleinigkeiten, wie Fragen der Bibliotheksnutzung und Personalfragen erscheinen dem Rezensenten aufregend.
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