Leopold von Ranke ist die Lichtfigur der modernen Geschichtswissenschaft des 19. Jahrhunderts. Für viele gilt er als Gründungsvater. Viel ist über ihn geschrieben worden, aber noch immer ist nicht alles gesagt: Heinz Duchhardts neuer Sammelband vereinigt Aufsätze zum persönlichen Umfeld Rankes und zur Rezeptionsgeschichte seiner großen Werke, in der Hauptsache zu seiner "Wissenschaftspolitik" in seiner mittleren Lebensperiode. Die Studien schöpfen aus den Berliner Archivbeständen des Geheimen Staatsarchivs und des Akademiearchivs, die bisher noch kaum ausgewertet werden und die somit vielfältig neues Licht auf Rankes Verhältnis zu den preußischen Wissenschaftsorganisationen werfen, denen er angehörte bzw. in denen er mitwirkte. Ein wichtiger Beitrag zur preußischen Institutionengeschichte des 19. Jahrhunderts und zu bislang wenig beachteten Aspekten der Biografie von Leopold von Ranke.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2023
Rezensent Patrick Bahners liest Heinz Duchardts neue Arbeit über den Historiker Leopold von Ranke mit Interesse. Bahners schätzt Duchardts kritischen Blick auf die technischen und praktischen Aspekte von Rankes Werk und auf dessen Arbeit in der Kommission des Verdun-Preises. Außerdem kommt dem Buch in seinen wissenschaftsbürokratischen Teilen die Expertise des Autors als Direktor des Instituts für Europäische Geschichte zugute, erklärt Bahners anerkennend.
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