Herausgegeben von Hagen Schäfer und Ralph Erich Schmidt. Der Briefwechsel zwischen der Gründerin des Allensbacher Instituts für Demoskopie und dem deutschbaltischen Autor Fred von Hoerschelmann. Nach der Werkausgabe erscheint nun der 338 Briefe umfassende Briefwechsel Fred von Hoerschelmanns mit Elisabeth Noelle-Neumann, der Gründerin des Allensbacher Instituts für Demoskopie. Dieser Briefwechsel, der sich über eine Zeitspanne von mehr als 40 Jahren erstreckt - sie war fünfzehn, er dreißig, als sie ihm erstmals schrieb -, gewährt Einblicke in eine ungewöhnliche Freundschaft und in die zeitkritisch-reflektierende Auseinandersetzung zweier Intellektueller mit den gesellschaftlichen Umbrüchen, die sie durchlebten: Vom Zusammenbruch der Weimarer Republik über das NS-Regime zur Nachkriegszeit, der Ära Adenauer und dem kulturellen Wandel im Zuge der 68er-Bewegung. Die Briefedition, um ein Vorwort, ein Nachwort sowie einen Kommentar ergänzt, erschließt zahlreiche bisher unbekannte Quellen zu Leben und Werk von Elisabeth Noelle-Neumann und Fred von Hoerschelmann und eröffnet damit auch neue Perspektiven für die Forschung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2021
Rezensentin Anja Kruke lobt Hagen Schäfers und Ralph Erich Schmidts Edition des Briefwechsels zwischen Fred von Hoerschelmann und Elisabeth Noelle-Neumann. Die Briefe des Hörspielpioniers und der Meinungsforscherin drehen sich laut Kruke weniger um Politik und um die Arbeit der beiden Autoren, als um die Spannung zwischen Innen und Außen einer Person, um Alltagsfragen, Literatur, Kunst und Psychologie. Der ältere Hörspielautor fungiert dabei laut Kruke als Mentor und Freund. Den ausführlichen Kommentar findet Kruke besonders lesenswert.
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