Francesco Petrarca

Secretum meum

Mein Geheimnis
Dieterichsche Verlagsbuchhandlung, Mainz 2005
ISBN 9783871620591
Kartoniert, 544 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Lateinisch - Deutsch. Herausgegeben, übersetzt und mit einem Nachwort von Gerhard Regn und Bernhard Husss. Das Prädikat 'epochemachend' kommt wohl nur wenigen Werken mit so großer Berechtigung zu wie Petrarcas lateinischsprachigem Dialog Secretum meum (genauer De secreto conflictu curarum mearum, verfaßt um die Mitte des 14. Jahrhunderts und hier erstmals in einer zweisprachigen lateinisch-deutschen Ausgabe vorgelegt). In diesem fiktiven Gespräch zwischen dem Kirchenvater Augustinus und 'Franciscus', einem stilisierten alter ego Petrarcas, geht es um nichts weniger als um den tastenden Entwurf einer frühneuzeitlichen Subjektphilosophie, die das menschliche Individuum aus den einschränkenden Banden mittelalterlich-theologischen Denkens zu befreien trachtet und damit zentrale Wichtigkeit für den von Petrarca begründeten Renaissance-Humanismus hat. Dabei richtet sich der Blick nicht so sehr auf einen als erreichbar gedachten Gott, der die Begründbarkeit und Sinnerfülltheit der Welt garantieren könnte, als vielmehr auf den Menschen und die Problematik seiner Selbstversicherung in einer von Kontingenz geprägten Umwelt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.01.2006

Andreas Dorschel ist nicht ganz einverstanden mit der Übertragung dieser "Geburtsurkunde" des neuzeitlichen Individuums. Seine Bedenken bringt er in einer Polemik gegen die Gewohnheit der Übersetzer zum Ausdruck, aus dem lateinischen Verbum "periculum" immerzu das "Risiko" zu machen, als wär?s der Text einer Versicherungsgesellschaft - wo doch die "Gefahr" wörtlich gemeint ist. Gleichwohl: Das zwischen 1347 und 1353 verfasste "Secretum meum (Mein Geheimnis)" von Petrarca, das auch eine sehr selbstbewusste Auseinandersetzung des Autors mit Augustinus beinhaltet und - in sehr wohlgesetzten Worten - die "Rhetorik des Abscheus über die Welt auf die Spitze treibt", ist laut Dorschel trotzdem ein Muss. Und auch die Arbeit der Übersetzer sei im Verbund mit dem lateinischen Orginaltext, dem Kommentar und dem Nachwort als "Reiseführer" durchaus zu gebrauchen, schließt der Rezensent versöhnlich.
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