Warum bekannten sich Uhrmacher im Tal von Saint-Imier in der Schweiz zum Anarchismus? Erklärungen liefert die Perspektive der 'modernen Globalisierung': Wie die Weltwirtschaft ging auch der Anarchismus aus globalen Kommunikations-, Transport-, Finanz- und Migrationsflüssen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hervor - allerdings als Alternative zu Nationalismus und Kapitalismus.
Mit der Untersuchung von Florian Eitel widmet sich zum ersten Mal seit 40 Jahren eine historische Studie der einflussreichen anarchistischen Juraföderation. Bisher namenlose Mitglieder dieser Organisation treten aus dem Schatten bekannter Revolutionäre wie Michail Alexandrowitsch Bakunin und Pjotr Alexejewitsch Kropotkin. Die mikrohistorische Globalgeschichte analysiert, wie eine noch heute global aktive politische Bewegung entstand und funktionierte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2019
Urs Hafner lernt bei Florian Eitel die wahre Tradition Schweizer Luxusuhren kennen. Eitels Dissertation zeigt laut Hafner die Uhrmacher der Schweizer Uhrenindustrie als Mitbegründer und Denker des Anarchismus. Aus geschichtswissenschaftlicher Sicht für Hafner bemerkenswert. Eitels Ziel, den Anarchismus unvoreingenommen zu betrachten, führt laut Hafner allerdings zu dem schwierigen Schluss, den Anarchismus als politische Religion zu sehen. Spannender findet Hafner da Eitels Beobachtungen der anarchistischen Praxis in Liedern und Bildern, Zeitschriften und Telegrammen.
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