Aus dem Englischen von Marlen Breitinger, Renate Orywa, Sabine Vetter und Tina Petersen. Emma Goldman (1869-1940), Anarchistin, Revolutionären, Agitatorin, Frauenrechtlerin, beschreibt ihr ungewöhnliches, aufregendes Leben. Sie ist Sigmund Freud, Peter Kropotkin, Ernest Hemingway und Lenin begegnet, hat sich gegen die Wehrpflicht eingesetzt und für die Rechte der Arbeiter, der Frauen und Kinder und für die freie Liebe gekämpft. "Gelebtes Leben" ist das Zeugnis einer kämpferischen, unabhängigen Frau.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.12.2010
Eingenommen ist Rezensent Hans-Jürgen Linke von Emma Goldmans Autobiografie, die nun in einer Neuausgabe mit vollständig neuer Übersetzung vorliegt. Er würdigt die Propagandistin und Anarchistin als beeindruckende, kompromisslose, zutiefst humanen Grundsätzen verpflichtete Frau, die für die Arbeiterbewegung in den USA eine bedeutende Rolle spielte. In ihrer Autobiografie erscheint ihm Goldman (1869-1940) zudem als "charmante Erzählerin", der Mitmenschen und Einzelheiten wichtiger sind als die große Geschichte. Nichtsdestoweniger bietet "Gelebtes Leben" in Linkes Augen auch eine lesenswerte Geschichte der amerikanischen Arbeiterbewegung und ihrer Kämpfe, sieht er doch in Goldman eine genaue Beobachterin der Zeitgeschichte. An vorliegender Neuausgabe der Autobiografie schätzt er neben der Übersetzung auch das Nachwort, den Bildteil und die Chronik.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 06.10.2010
Rezensent Rudolf Walther findet es sehr "verdienstvoll", dass der Nautilus Verlag die Autobiografie der in Russland geborenen und 1886 in die USA emigrierten Anarchistin Emma Goldman der Öffentlichkeit in einer überarbeiteten Übersetzung wieder zugänglich macht. Am spannendsten findet Walther ihre Beschreibungen aus der Zeit des "Ersten Weltkrieges und der russischen Oktoberrevolution". Das "schwierige wie solidarische Zusammenleben von kleinen anarchistischen Gruppen" schildert sie ebenso wie ihre Enttäuschung über sowjetische Realitäten. Walther betont, dass Goldmans - ausgerechnet durch die finanzielle Unterstützung der Millionärin Peggy Guggenheim ermöglichten - Memoiren die Schwächen der anarchistischen Bewegung nicht verschleiere, sondern offenlegen.
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