Ferdinand Beneke

Die Tagebücher IV (1817-1830)

Cover: Die Tagebücher IV (1817-1830)
Wallstein Verlag, Göttingen 2025
ISBN 9783835309135
Gebunden, 4124 Seiten, 148,00 EUR

Klappentext

8 Bände im Schuber. Herausgegeben von Ariane Smith, Viktoria Bertheau, Juliane Bremer, Jan Christian Cordes, Frank Eisermann, Angela Schwarz und Anne-Kristin Voggenreiter. Die Beneke-Tagebücher gehören zu den umfassendsten und fesselndsten Dokumenten zur Kultur und Lebenswelt des Bürgertums zwischen Französischer Revolution und Vormärz. Die Tagebücher von 1817 bis 1830 bilden die vierte, achtbändige Abteilung der Beneke-Edition. Benekes Tagebücher und ihre umfangreichen Beilagen, bestehend aus Briefen und einer Fülle unterschiedlichster Dokumente, erlauben den Lesenden einen Blick in die Zeit vom Ende der napoleonischen Kriege über die Phase von Reform und Restauration bis hin zu den Revolutionen von 1830. Die Entwicklung nicht nur der Hansestädte, sondern auch der deutschen Staaten und ganz Europas, die Auswirkungen des Studenten- und Burschenschaftswesens, die Karlsbader Beschlüsse sowie die sozio-ökonomischen Veränderungen des sich beschleunigenden industriellen Zeitalters stehen im Mittelpunkt dieser außergewöhnlichen Quelle. Hamburg ist inzwischen Mitglied des Deutschen Bundes und muss die verschiedenen Bestimmungen der Bundesakte u.a. in militärischen, religiösen, juristischen und sozialen Fragen umsetzen. Ferdinand Beneke hat als Syndikus des Hamburger Oberalten-Kollegiums eine der leitenden politischen Positionen der Stadt inne und nutzt die Möglichkeiten seines Amtes in einzigartiger Weise. Zugleich gewähren Benekes Schilderungen seines Alltags- und Familienlebens ein tieferes Verständnis für die Lebenswirklichkeit vor 250 Jahren.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 27.09.2025

Fast alle der rund viertausend Tagebuchseiten gibt Rezensent Florian Felix Weyh an gelesen zu haben, und hatte dabei sichtlich Spaß: Es handelt sich um die vierte Portion der umfangreichen Tagebücher und Briefe des Hanseatischen Anwalts und Familienvaters Ferdinand Beneke, die die Jahre 1817 bis 1830 abdeckt. Während zuvor noch jugendlich-revolutionäre "Aufwallungen" und ausführliche Kriegsdokumentationen zu lesen waren, geht es nun etwas knapper und bodenständiger, aber trotzdem sehr unterhaltsam zu, vermittelt Weyh: um das erfüllende Familienleben des nun etwas älteren Beneke geht es, um finanzielle Sorgen, um das ständige Kranksein inklusive scheußlicher Behandlungsmethoden und hypochondrischer Veranlagung. Besonders spannend findet Weyh außerdem die in Konkurrenz zur Ehe verblassende, aber gnadenlos ehrliche Freundschaft zu einem alten Studienfreund mit weitaus weniger bürgerlichem Lebensstil - in solchen Passagen kommen diese Menschen dem Kritiker besonders nahe, die Aufzeichnungen fügen sich wie in einem Live-Stream in seinen eigenen Alltag ein. Auch generell schreien die Aufzeichnungen nach Verfilmung, findet er. Deutlich treten aus den Tagebüchern dieser Ration außerdem Benekes Gläubigkeit und sein Nationalismus hervor - beides gewährt dem Kritiker wertvolle Einsicht in die damalige Zeit. Für ihn eine allemal lohnende und gar nicht altbackene Lektüre.

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