Federico Garcia Lorca

Juego y teoria del duende - Spiel und Theorie des Duende

Spanisch - Deutsch
Cover: Juego y teoria del duende - Spiel und Theorie des Duende
Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2023
ISBN 9783884237038
Kartoniert, 45 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Federico Garcia Lorca befasste sich in zahlreichen Gedichten mit dem Flamenco und veranstaltete zusammen mit dem Komponisten Manuel de Falla 1922 in Granada den berühmt gewordenen Flamenco-Wettbewerb (Concurso de cante jondo). Das Festival konnte sich nicht etablieren, aber ein neues Interesse am Flamenco fördern. Maßgeblich für den von Lorca favorisierten cante jondo - der ernsthafte, feierlich melancholische Gesang - ist der duende als magischer Höhepunkt des Flamencos. Lorca erläutert dieses Phänomen als eine beinahe dämonische Seite der Kunst, etwas, das in den Bann zu ziehen und mit der Seele zu spielen vermag. In einem Vortrag, den er am 20. Oktober 1933 vor der Asociación Amigos del Arte in Buenos Aires hielt, stellte er sein einflussreiches ästhetisches Manifest "Theorie und Spiel des Duende" vor, das nun erstmalig auch vollständig in deutscher Übersetzung vorliegt. Ein Projekt in Kooperation mit den UNESCO Cities of Literature Granada und Heidelberg.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2023

Ganz hingerissen ist der Rezensent Tobias Lehmkuhl von diesem Vortrag Federico García Lorcas, der nach neunzig Jahren endlich, endlich auch ins Deutsche übertragen wurde: Lorca, eine Lichtgestalt der spanischen Literatur, ist von den Faschisten, die ihm sein Schwul- und Linkssein vorwarfen, viel zu früh aus dem Leben gerissen worden, weiß und bedauert Lehmkuhl. Umso schöner also, dass es noch etwas Neues zu entdecken gibt. Der Text, verrät er, bringt dem Lesepublikum das begrifflich kaum fassbare Phänomen des Duende anhand des Beispiels einer Flamencosängerin nahe, die, von Wut getrieben, nicht mehr auf künstlerische Perfektion aus ist, sondern auf Wahrhaftigkeit. Diese Wahrhaftigkeit hat eine "dunkle Kraft", mit der man kämpfen muss, die aber auch neue Tiefen der Kunst aushebt, auch beispielsweise bei Bach - und in dem Aufsatz selbst, wie der Kritiker beeindruckt feststellt. Mit diesem kurzen Text und seiner Überzeugungskraft ließen sich, so schließt er, "mühelos ganze Romanbibliotheken in Asche legen".

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