Luis Landero

Der Gitarrist

Roman
Cover: Der Gitarrist
Berlin Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783827005014
Gebunden, 325 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen. Emilios Leben ändert sich gewaltig, als eines Tages völlig unerwartet sein Vetter vor der Tür steht: Raimundo, das Landei, behauptet, soeben aus Paris zurückgekehrt zu sein, wo er mehrere Jahre lang große Erfolge als Gitarrist gefeiert haben will. Der halbseidene Vetter erzählt wahre Wunderdinge vom Leben in Frankreich und beginnt unverzüglich, Emilio in die hohe Kunst des Flamenco einzuführen. Der saugt die Tricks seines neuen Meisters begierig in sich auf und zieht mit ihm nachts durch die Musikkneipen im Madrid der sechziger Jahre. So kann er wenigstens für ein paar Stunden seinen grauen Alltag vergessen: die verhasste Lehre in einer Autowerkstatt, das Abendgymnasium, die gemeinsamen Näharbeiten mit seiner Mutter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2006

Walter Haubrich überhäuft Luis Landeros neuesten Roman geradezu mit Lob. Weniger melancholisch als das Personal der vorigen Bücher des Autors, gelinge es dem Ich-Erzähler schnell, sich die Sympathien der Leser zu erobern, befindet er. Trotz des traurigen Ausgangs der Liebesgeschichte des Protagonisten zeigt sich der Rezensent heiter unterhalten und lobt insbesondere die hohe Anschaulichkeit der Schilderungen, die sich auch einem gewissen autobiografischen Element verdanke. Haubrich rühmt die warmherzige Ironie und die Fabulierkunst des Autors und schließt in sein Lob der sprachlichen Form ausdrücklich auch die Leistung des Übersetzers ein. Es besteht für ihn kein Zweifel, dass Landeros Buch einer der "schönsten zeitgenössischen Romane" ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2006

Auf wunderbar komplexe Weise, so Rezensent Thomas Laux, erzähle der Roman von den Hoffnungen und Träumen des jungen Automechanikers Emilio über die rettende Kunst und die große Liebe. Die Gitarre stehe bei Luis Landero für die Kunst und diese für ein Leben jenseits der Autowerkstatt. Doch der Weg zum erfolgreichen Flamenco-Gitarristen erweist sich als schwer und die Liebe zur Frau des Autowerkstatt-Chefs als abgekartetes Spiel mit der Naivität des jungen Helden. Leider, merkt der Rezensent zuletzt kritisch an, verliere auch der Autor ein wenig den Handlungsfaden seiner Geschichte aus den Augen, der in den vielen Anekdoten und Untergeschichten etwas ausfranst.
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