Rechtsextreme Frauen werden mit ihren Einstellungen und ihrem Handeln oft übersehen und unterschätzt - auch in der Sozialen Arbeit und Pädagogik. Dies hat Folgen für das demokratische Miteinander, insbesondere aber für Menschen, die von rechter Gewalt betroffen sind. Doch wie kommt es zu diesem Wahrnehmungs- und Interventionsdefizit? Welche Ursachen lassen sich in Geschichte und Gegenwart in der Sozialen Arbeit und Pädagogik erkennen? Wie verlaufen Situationen in verschiedenen Handlungsfeldern und welche Alternativen lassen sich herausarbeiten? Diese und weitere Fragen werden im Buch beantwortet. Die Autor_innen plädieren für eine professionsethische Haltung von (sozial)pädagogischen Fachkräften.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2017
Eckhard Jesse kann mit dem von Esther Lehnert und Heike Radvan verfassten Band nicht allzu viel anfangen. Das Buch erscheint ihm wie ein Flickenteppich, dessen instruktiver Höhepunkt ein Überblick über die Forschungsliteratur zum Thema ist. Ihre These, wonach Frauen im Rechtsextremismus unterschätzt werden, können die Autorinnen laut Jesse nicht glaubwürdig belegen. Auch Ulrich Overdiecks im Band enthaltene Beiträge über Frauen im Rechtsextremismus nach '45 und über Beate Zschäpe findet Jesse wenig informativ. Die Beispiele, die die Autorinnen anführen, um eine Kontinuität zwischen der Arbeit der Fürsorgerinnen im Dritten Reich und autoritärer Erziehung nach '45 zu belegen, hält Jesse zudem für nicht ausreichend.
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