Von Christoph Butterwegge, Karin Holm, Margherita Zander u. a. In diesem Band werden Ursachen und Erscheinungsformen von Kinderarmut in Ost- und Westdeutschland, auf dem Land und in der Stadt sowie in der sog. Ersten und Dritten Welt miteinander verglichen. Im Rahmen einer "dualen Armutsforschung", die sowohl gesellschaftliche Strukturen und subjektive (Kinder-)Perspektiven einfängt als auch der (infantilisierten) Armutsstruktur auf den Grund geht, entwickeln die ForscherInnen bildungs-, familien-, sozial- und entwicklungspolitische Gegenstrategien sowie Konzepte für Soziale Arbeit und Sozialpädagogik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.09.2003
Christoph Butterwegge ist nach Ansicht von Rezensentin Katharina Rutschky einer der "profiliertesten und emsigsten Kindheits- und Armutsforscher". Zu ihrem Bedauern besteht sein neustes Buch zum Großteil aus "grauer Forschungstheorie" und dem Referat von drei empirischen Studien. Allerdings zeichnet sich das Buch nach Einschätzung Rutschkys aus durch seine "sonderbar klare" Ursachenforschung im Hinblick auf Armut und seine deutlichen Hinweisen, "wie ihr abzuhelfen wäre". So hebt Rutschky eine internationale Vergleichsstudie über Kölner und Straßenkinder in Bolivien und Chile hervor, an Hand derer Butterwegge zu zeigen sucht, wie in Deutschland und weltweit Globalisierung und Neoliberalismus für die Kinderarmut verantwortlich sind. Hier traue sich der Autor auch, der Bundesregierung Ratschläge zur Beseitigung der ungerechten Gesellschaft- und Wirtschaftsordnung zu geben, hält Rutschky fest. Doch wirklich überzeugt hat sie das nicht: "Das alles ist furchtbar gut gemeint", resümiert sie, "vermeidet aber, der neuen Armut gerade der Kinder wirklich ins Gesicht zu sehen".
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