Der zweite Band dieses Werkes behandelt die lange unter kommunistischer Herrschaft stehenden Länder Ostmittel-, Ost und Südosteuropas. Dabei geht es um den je eigenen Weg der Kirche in den Einzelstaaten, der über lange Strecken von Repression und z. T. offener Verfolgung geprägt war und trotz aller grundsätzlichen Ähnlichkeit der kommunistischen Kirchenpolitik höchst unterschiedlich war. Während die Kirche in manchen Ländern kaum noch eine gesellschaftsprägende Ausstrahlung besaß, trug sie in den anderen die Freiheitsbewegung entscheidend mit. Die einzelnen Kapitel schildern die Auswirkungen des Untergangs der kommunistischen Regime und das Bemühen der Kirche um eine neue Standortbestimmung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2000
Hubert Wolf lobt das Buch als "besonders wertvoll", nicht zuletzt deshalb, weil der Herausgeber Autoren zur Mitarbeit gewonnen hat, die entweder aus dem jeweils behandelten Land stammten oder zumindest mit seiner Sprache und Kultur vertraut sind. Die Beiträge arbeiten überzeugend heraus, dass die Haltung der stalinistischen Regimes gegenüber der Kirche weitgehend identisch gewesen ist, meint Wolf. Allerdings werde deutlich, wie verschieden die Entwicklung dieser antikirchlichen Haltung, etwa im Vergleich CSSR und Polen ausgesehen habe. Die Verfolgung des Klerus gebe eine "bedrückende Lektüre" ab, so der Rezensent erschüttert, und insofern habe das Buch "pädagogische Bedeutung", denn die Unterdrückung von Kirche und Religion in kommunistischen Regimes laufe Gefahr, in Vergessenheit zu geraten.
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