Um keine wirkliche Neuerscheinung handelt es sich bei Norbert Ohlers Kulturgeschichte der Pilgerfahrt, berichtet Reinhard Lebe, sondern um eine erweiterte und mit einem neuen Titel versehene Neufassung des bereits 1994 erschienenen Buchs "Pilgerfahrt im Mittelalter". Ergänzt wurden nach Auskunft des Rezensenten im wesentlichen die Kapitel, die das Wallfahrtswesen der Neuzeit betreffen. Lourdes und Tschenstochau werden diesbezüglich von Lebe als Stichwörter benannt. Der Rezensent bleibt dabei, dass er den das Mittelalter betreffenden Teil des Buches aufregender findet; wieviel exotischer wirkt eine "Pilgerführer" im Stil eines Früh-Baedekers aus dem 12. Jahrhundert als die Anbindung von Lourdes an die Eisenbahn, staunt Lebe. Insgesamt ein kundiges und solides Buch, so der Rezensent, das alle Motive der Pilgerfahrt - vom Ablasshandel bis zur esoterischen Heilssuche - erkundet und gleichzeitig die Infrastruktur des Reisens im Mittelalter und der Neuzeit abhandelt. Auch die Pilger hätten wesentlich zur Vernetzung Europas beigetragen.
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