Ernst-Ludwig Winnacker

Viren

Die heimlichen Herrscher
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783821815985
Gebunden, 179 Seiten, 17,38 EUR

Klappentext

Warum bekommen manche Leute die Grippe und andere nicht? Weshalb benutzen menschliche Viren Tiere als Reservoir? Wie ist das Aids-Virus in Afrika entstanden? Warum kommen neue Grippeepidemien immer aus Südostasien? Warum ist die Entwicklung von Impfstoffen oft schwierig? Ernst-Ludwig Winnacker eröffnet Einblicke in die komplexen Wirkungs-mechanismen der Viren und zeigt, warum der Kampf gegen Virusinfektionen noch längst nicht gewonnen ist. Anhand der neuesten Forschungsdaten erläutert er, wie Viren, ein Stück in eine Eiweißhülle verpacktes Erbgut, ihre Wirtszellen besetzen, töten und ihren heimlichen Siegeszug fortsetzen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2000

Auf "lebendige, wenig professorale Weise" hat der Molekularbiologe und Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft anhand literarischer und historischer Beispiele die "Herrschaft" von Pocken-, Herpes- und anderen Viren hier dargestellt, schreibt Christina Berndt. Zwar wird er manchmal etwas zu ausführlich, findet sie. Aber alles in allem haben der Rezensentin Goethes Blattern, Romeo und Julias Herpes und allerlei ähnliche Marginalien der Weltgeschichte und -literatur offenbar einen unterhaltsamen Einblick in die Welt der Viren verschafft. Wenn am Anfang die von Bismarck 1874 durchgesetzte, segensreiche Pflichtimpfung gegen Pocken und am Ende ihrer Besprechung der Ausblick auf zu erwartende Erfolge durch molekularbiologische und gentechnisch gewonnene neue Arzneimittel gegen neue Viren steht, lässt das allerdings Zweifel aufkommen. Wie sorgfältig hat sie Winnackers "Geschichte" abgeklopft auf Momente, in denen, bei aller Unterhaltung, auch eine deutlich interessengeleitete Politik für Gegenwart und Zukunft gemeint ist?
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.04.2000

In ihrer kurzen Rezension weist Simone Humml darauf hin, dass die Folgen von Viruserkrankungen für die Menschen oft von größerer Tragweite sind als politische Entscheidungen. So erfährt der Leser, dass die sogenannte Spanische Grippe von 1918/1919 "rund drei Mal so viele Opfer wie der Erste Weltkrieg an allen seinen Fronten" gefordert habe. Humml erzählt ganz angetan, dass der Autor sich mit verständlichen Worten an Laien richtet, aber auch Fachleuten Interessantes zu berichten weiß.
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