Nicholas Wade

Das Genom-Projekt und die Neue Medizin

Cover: Das Genom-Projekt und die Neue Medizin
Siedler Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783886807376
Gebunden, 224 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Heiner Kober. Kaum etwas beschäftigt die Gemüter derzeit mehr als die Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Nicholas Wade fragt nach den medizinischen Konsequenzen und skizziert die Umrisse der Neuen Medizin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.01.2002

Autor Nicholas Wade, Wissenschaftsredakteur der "New York Times" setzt sich mit dem Thema des Genomprojekts, das Bill Clinton im Juni 2000 feierlich der Weltöffentlichkeit präsentierte, auseinander. Nach Meinung von Rezensent Arno Orzessek allerdings reichlich undifferenziert, auch wenn er einige "lehrreiche Genetik-Grundkurse" eingebaut habe. Wade postuliere den "amerikanischen Traum" von der Heilung der Welt, was dem Rezensenten reichlich naiv vorkommt. Allzu offensichtlich sei auch, dass das Buch ein Patchwork der journalistischen Arbeit des Autors für die "New York Times" ist, und der Autor sich nicht scheue, im zweiten Teil ausschließlich Spekulationen über biomedizinische Heilungserfolge etwa von Krebs anzustellen, ärgert sich der Rezensent. Damit sei er zum hoffnungslosen Optimisten und Propheten der Weltgesundheit im Zeichen des Genoms mutiert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2001

Für den Verfasser Nicholas Wade steht die Kooperation der Genom-Forschung mit der Medizin im Vordergrundseiner Auseinandersetzung mit diesem Thema. Rezensent Hans-Jürgen Heinrichs referiert einige von Wades Thesen über die "individualisierte Medizin", die "fasziniert ist von den Möglichkeiten, den menschlichen Körper zu betrachten und zu reparieren, als handle es sich um eine Maschine". Trotz gelegentlicher Hinweise Wades auf 'ernstzunehmende Einwände gegen Eingriffe in das menschliche Genom' (Wade), lautet Heinrichs äußerst kritisches Urteil: Wade unterwirft sich "gänzlich dem fast blinden Fortschrittsglauben, so, als würde eine genmanipulierte Medizin alles Leid aus der Welt schaffen, alles Leid, das nur von einer mangelhaften Schöpfung und Evolution herrühre."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

Harro Albrecht ist unzufrieden mit diesem Buch über die Entschlüsselung des menschlichen Genoms durch einen staatlich unterstützten und einen privat finanzierten Forscher. Und das obwohl er dem Autor zugesteht, dem Laien einen "nahezu lückenlosen" Überblick über den neuesten Forschungsstand zu bieten. Was ihm jedoch fehlt ist das "Leben" in den Darstellungen, womit er die Auseinandersetzungen zwischen den beiden forschenden Kontrahenten meint, die seiner Ansicht Stoff für einen "guten Thriller" lieferten. Problematisch findet der Rezensent zudem, dass die ethische Problematik dieses Forschungszweigs nur am Rande erwähnt wird. Statt dessen geht ihm der amerikanische Wissenschaftsjournalist mit seinem "ungetrübten Optimismus" in Bezug auf die biochemische Entwicklung schwer auf die Nerven. Nicht einmal als "Handbuch" findet Albrecht die Studie geeignet, fehlten ihm doch Register und jegliche Form von "Infografiken".