Das 20. Jahrhundert war vor allem in seiner ersten Hälfte durch ein zuvor nie erlebtes Maß an Leid für die Völker Europas geprägt. Die Erinnerung daran wird vielfach fokussiert auf einen einzigen Ursprung für alle Menschenrechtskatastrophen der Folgejahre. Das klassische »vae victis« schwingt darin mit. Millionen von Deutschen, nämlich die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge, gehören auch zu den Opfern. Sie hatten nicht nur den Verlust von Angehörigen, von Hab und Gut und der angestammten Heimat zu beklagen, sondern waren nicht selten einem Mangel an Mitgefühl und Solidarität der heimischen deutschen Aufnahmegesellschaft ausgesetzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2011
Der hier rezensierende Horst Möller schätzt Erika Steinbach, die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, als Kämpferin, die immer bereit ist, "gegen den Strom zu schwimmen". Ihr seines Erachtens "klar akzentuierte" Buch befasst sich mit einer Vielzahl an Themen wie etwa die Integration der Bundesrepublik oder das gemeinsam mit Peter Glotz initiierte "Zentrum gegen Vertreibungen". Dabei belegt das Werk für ihn die Abwegigkeit von Behauptungen, Steinbach relativiere den Holocaust und andere Verbrechen Nazi-Deutschlands. Auch der Vorwurf, sie interpretiere das Vertriebenenschicksal ohne die Ursache, den Zweiten Weltkrieg, in Rechnung zu stellen, scheint Möller nicht haltbar.
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