Aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach. Ausgestattet mit zahlreichen Karten und Fotos. Nachdem Erika Fatland "Sowjetistan" bereist, Russland umrundet und den Himalaya erklommen hat, ließ sie sich nun von der Abenteuerlust der portugiesischen Seefahrer anstecken und folgt ihnen über die Ozeane. Sie erzählt, wie ein kleines Land am Rande Europas einst über die halbe Welt geherrscht hat und welche - teils tragischen - Spuren das bis heute in den Leben der Menschen hinterlassen hat, denen Erika Fatland auf ihrer Reise begegnet. Auf Geheiß von Heinrich dem Seefahrer segelten im 15. und 16. Jahrhundert Ferdinand Magellan, Vasco da Gama und andere über die Meere auf der Suche nach neuen Handelsrouten und Häfen. Europa wurde mit der Welt verbunden, die ersten Kolonien wurden gegründet, nach und nach entstand das erste Übersee-Imperium - Prototyp für andere Kolonialsysteme - und hinterließ ein zwiespältiges Erbe.In einigen Ländern und Gebieten, die Erika Fatland besucht, gehört die portugiesische Ära der fernen Vergangenheit an und nur schwache Spuren erinnern noch daran. An anderen Orten wird sich noch sehr intensiv und schmerzhaft an die portugiesische Epoche erinnert. Entlang der wichtigsten Seewege der Welt und individueller Lebensgeschichten schlägt Fatlands Reisebericht einen Bogen von der Zeit der Seefahrer zum heutigen politischen, kulturgeschichtlichen und gesellschaftlichen Erbe der Kolonialzeit. Die Reise führt nach Portugal - Madeira - auf die Azoren - nach Ceuta - Kap Verde - Guinea-Bissau - Ghana - São Tomé und Príncipe - Äquatorialguinea - Angola - Mosambik - Tansania - Kenia - Dubai - Bahrain - Oman - die Malediven - Indien - Sri Lanka - Malaysia - Japan - Indonesien - Osttimor - St. Helena - Brasilien
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 23.05.2025
Laut Rezensent Günther Wessel füllt das Buch der Sozialanthropologin Erika Fatland eine Lücke. Indem sie selbst auf den Routen der portugiesischen Seefahrer reist, Historisches mit aktuellen Recherchen und Erlebnissen verschneidet und genau auf das Leben in den Kolonien heute blickt, vermittelt die Autorin einen Eindruck von den Folgen der Kolonialisierung in Afrika, Indonesien oder Brasilien und erinnert an die Opfer, erklärt Wessel. Träume junger Flüchtlinge zeichnet sie ebenso auf wie die eigene Seekrankheit, so der Rezensent.
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