Abdulrahman Al-Salimi (Hg.), Michael Jansen (Hg.)

Portugal in the Sea of Oman

Religion and Politics
Cover: Portugal in the Sea of Oman
Philipp von Zabern Verlag, Darmstadt 2012
ISBN 9783805343749
Gebunden, 8000 Seiten, 800,00 EUR

Klappentext

16 Bände in 3 Schubern, je Band 496 Seiten. Unter Mitwirkung von Pedro Pinto, Helmut Siepmann und Karsten Ley. Das heutige Sultanat Oman und Portugal verbindet eine lange gemeinsame Geschichte, die bislang wenig Beachtung gefunden hat. Nachdem Vasco da Gama 1498 das Kap der Guten Hoffnung umrundet und das portugiesische Kolonialreich nach Indien ausdehnte hatte, begann ein steter Konflikt zwischen den beiden großen Seemächten. 1507 besetzten die Portugiesen die omanische Küste für gut ein Jahrhundert, bis die vereinigten omanischen Stämme die Europäer Mitte des 17. Jahrhunderts wieder vertrieben und selbst zu einer Regionalmacht aufstiegen. 2006 begann auf Initiative des omanischen Ministeriums für Stiftungen und Religionsangelegenheiten, die RWTH Aachen und die Universidade Nova in Lissabon ein groß angelegtes Forschungsvorhaben, dessen Ziel es war, das Aufeinandertreffen der beiden Kulturen im 16. Jahrhundert und ihre gemeinsame Geschichte bis ins 18. Jahrhundert nachzuzeichnen. Erste Ergebnisse dieses Vorhabens werden nun in dieser 16 bändigen Publikation "Portugal in the Sea of Oman" vorgestellt. Veröffentlicht werden zunächst 1448 Dokumente mit über 6000 faksimilierten Seiten; in einem nächsten Schritt folgen dann die jeweiligen Transkriptionen der alt-portugiesischen Handschriften und deren Übersetzungen ins moderne Englische und Arabische. Keineswegs handelt es sich dabei um die bloße Darstellung einer Abfolge von militärischen Auseinandersetzungen, sondern um ungeahnte Einblicke in die wirtschaftlichen, religiösen und kulturellen Beziehungen der beiden Nationen und damit auch in die intensiven Verquickungen zwischen Orient und Okzident in der frühen Neuzeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2013

Als editorische Großtat bezeichnet Rainer Hermann die Veröffentlichung von 1500 handschriftlichen portugiesischen Quellentexten zu politischen und militärischen Ereignissen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und religiösen Themen aus der Zeit der portugiesischen Kolonialherrschaft in Oman. Dass die Kooperation von Oman, Portugal und Deutschland eine solche erstmals sämtliche Dokumente einer Phase einer einzelnen Kolonialmacht öffentlich machende Edition ermöglicht hat, scheint dem Rezensenten höchst bemerkenswert und erfreulich. Zumal Hermann in den Dokumenten ein wichtiges Kapitel der Beziehungen zwischen Orient und Okzident erkennt.
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