Während des "Kalten Kriegs" wurde Europa in den Ländern östlich des "Eisernen Vorhangs" auf eine besondere Art und Weise imaginiert: Jenseits der pragmatischen politischen Einigung im Westteil des Kontinents verliehen Intellektuelle und Publizisten Europa hier eine utopische Dimension. Sie skizzierten es als schillernden Gegenentwurf zum realsozialistischen Alltag - als Vorbild von Demokratie, politischer Teilhabe, Marktwirtschaft und Prosperität. Die vorliegende Studie betrachtet die politische Publizistik in der DDR, der Volksrepublik Polen und der CSSR von der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki im Jahr 1975 bis zum Fall des "Eisernen Vorhangs" 1989.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2016
Günther Heydemann hätte sich mehr Quellenbelege gewünscht in Christian Domnitzs anspruchsvoller komparatistischer Studie zu den Europadebatten während des Kalten Krieges am Beispiel Polens, der CSSR und der DDR 1975-1990. Allerdings vermag er dank Domnitzs' detaillierter Arbeit recht gut erkennen, wie sich die Diskurse im Lauf der Zeit annähern. Insgesamt erscheint ihm die Untersuchung anhand dreier politisch-kultureller Wochenmagazine gut geeignet, um ideologische Vorstellungen von Europa zu verdeutlichen, die für den Zusammenbruch 1989/90 wirksam waren.
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