Als die Militärs im Jahr 1973 in dem kleinen Land am Río de la Plata putschten, war Uruguay der Staat mit der prozentual höchsten Zahl politischer Gefangener weltweit. Um jeden Widerstand zu ersticken, entführten die Militärs neun führende Mitglieder der geschlagenen Stadtguerilla Tupamaros aus den Gefängnissen und drohten für den Fall weiterer Aktionen mit ihrer Erschießung. Als Geiseln der Diktatur wurden sie in Dreiergruppen in Verliesen der Kasernen zwölf Jahre lang buchstäblich lebendig begraben, bis eine wieder erstarkende soziale Bewegung sie mit dem Ende der Diktatur befreite. Der autobiografische Bericht der beiden Autoren stellt ein herausragendes Dokument der Gefängnisliteratur dar.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 15.08.2019
Rezensentin Victoria Eglau staunt vor allem über den schwarzen Humor und die Poesie in dem Bericht über ihre 12-jährige Leidenstour durch die Kerker Uruguays, den Mauricio Rosencof und Fernandez Huidobro, beide einst Mitglieder der Tupamaros, gemeinsam verfasst haben und der nach dem Erfolg der Netflix-Verfilmung nun in Neuauflage vorliegt. Die laut Eglau drastisch beschriebene Isolationshaft mit dauernder Erniedrigung und Folter vermochte die Lebensfreude der Autoren offensichtlich nicht zu brechen. Wie sich die beiden Häftlinge über Klopfzeichen verständigten und sogar Gedichte austauschten, erfährt Eglau aus dem Buch. Ein Leidensbericht mit Lichtblicken, findet sie.
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