Schweizer Neutralität - so Karl Barth während des 2. Weltkriegs - müsse die Freiheit zum Eintreten dafür sein, unter den Bedingungen der Neutralität gegen die deutsche Aggression und für einen freiheitlichen Staat zu stehen. Damit stieß er bei den Verantwortlichen der Schweizer Bundesregierung und Bundesanwaltschaft und namentlich bei den Vertretern der von der Regierung eingesetzten "Abteilung für Presse und Funkspruch" auf Widerstand. Das Buch illustriert mit einer Fülle von bislang unveröffentlichten Dokumenten vor allem aus dem Schweizer Bundesarchiv, wie die maßgeblichen Stellen die Aktivität des Basler Theologen in Wort und Tat beurteilten. In den zurückhaltend erläuterten Dokumenten wird sichtbar, wie sich Barth gegen die offizielle Politik seines Landes stellte und dagegen stritt, dass sich die Schweiz unter Berufung auf ihre Neutralität an den Hitler-Staat anpasse. Die Dokumente zeigen aber auch, mit welchen Methoden die Verantwortlichen in Bern dies registrierten und darum verhindern wollten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2009
Dankbar zeigt sich Thomas Maissen angesichts der Edition der Akte Karl Barth durch dessen Schüler Eberhard Busch. Was sich in der Schweizer (Zensur-)Abteilung für Presse- und Funkspruch ab 1934 an Vorgängen im Zusammenhang mit dem vor den Nazis geflohenen, streitbaren Bonner Theologieprofessor angesammelt hat, ist laut Maissen ein Haufen Material. Anhand der "präzise eingeleiteten" Streitfälle kann der Rezensent nicht nur Barths Kampf gegen die Nazi-Rhetorik nachvollziehen. Sie ermöglichen ihm auch einen Einblick in den Ablauf der Schweizer Zensur. Maissen ist überrascht über die Engstirnigkeit der Schweizer Behörden, ihren folgsamen Umgang mit den "nazistischen Sensibilitäten". Ihre durch die Achsenmächte befeuerte Sorgen kann er allerdings mitunter verstehen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…