Diese allgemeinverständliche historische Studie untersucht, wie die Evangelisch-reformierte Kirche St. Gallen und einzelne ihr nahestehende St. Galler Persönlichkeiten auf die durch den Nationalsozialismus entstandene Situation reagiert haben: auf den deutschen Kirchenkampf, auf die Ausgrenzung der Juden und schließlich auf die Not der Flüchtlinge.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2002
Endlich ist auch geklärt, auf welche Weise sich die evangelische Landeskirche im Kanton Sankt Gallen vor und während des Zweiten Weltkriegs in die Politik einmischte und wie sie mit Flüchtlingen umging, freut sich Jörg Krummenacher. Der Historikerin Marianne Jehle-Wildberger, die im Autrag der Synode diese Geschichtslücke schließen sollte, sei es gelungen, diesen historischen Abschnitt detailliert und nüchtern zu recherchieren und ein dichtes Netz an Informationen zu weben, lobt der Rezensent. Auch wenn die Autorin "empfindliche Lücken" in den ausgewerteten Akten entdeckt habe und deshalb lediglich vorsichtig von einer Annäherung an die Wahrheit spreche, hat Krummenacher daraus durchaus sehr aufschlussreiche Erkenntnisse gewonnen. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen Kirche und Staat und die kircheninternen Differenzen über die Not der Flüchtlinge würden hier endlich durchschaubarer, denkt der Rezensent.
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