Lizzie Doron

Sweet Occupation

Cover: Sweet Occupation
dtv, München 2017
ISBN 9783423261500
Broschiert, 208 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler. Fünf Männer in der Mitte ihres Lebens: Die verurteilten ehemaligen Terroristen Muhammad, Suleiman und Jamil aus den besetzten Gebieten sowie die Israelis Chen und Amil, die den Dienst an der Waffe verweigert haben. Männer, die im Gefängnis saßen und, nachdem sie wieder freikamen, die "Friedenskämpfer-Bewegung" gründeten, entschlossen, ihrem Leben eine entschieden andere Richtung zu geben. Muhammad nahm Kontakt zu Lizzie Doron auf, und so traf sie diese Männer: Feinde, Widersacher. Palästinenser, die die Juden töten wollten, und Israelis, die sich geweigert hatten, ihr Land zu verteidigen. Ein Jahr lang hörte sie ihren Kindheitserinnerungen zu, lernte ihre Gefühle kennen, ihre Träume und Ängste, erfuhr von dem Moment, als sie anderen das Leben nahmen. Entstanden ist ein Dokument über einst Radikale, die dem sinnlosen Hass eine Perspektive entgegensetzen: Worte sind stärker als Molotowcocktails, Handgranaten oder Steine. Und Rettung bringen oft diejenigen, die nicht mit dem Strom schwimmen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2017

Rezensent Carsten Hueck bewundert den Mut der in Israel geborenen Autorin Lizzy Doron, deren neues Buch "Sweet Occupation" aufgrund der restriktiven israelischen (Kultur-)Politik erstmals nur in Deutschland erscheint. Beeindruckt liest der Kritiker, wie die Tochter von Holocaustüberlebenden das israelisch-palästinensische Verhältnis analysiert, indem sie sich den "Feinden" in persönlichen Gesprächen nähert: Hueck folgt hier etwa den Ausführungen des Palästinensers Muhammad, der Brandsätze auf israelische Soldaten geworfen hat oder dem Bericht von Jamil, der als Organisator der ersten Intifada und "stone sniper" vom Verlust seines Bruders und dem Verhältnis zu seiner Mutter erzählt. Bewegt erlebt der Rezensent nicht nur, wie die Autorin in ihrem zwischen Reflektion und Emotionalität mäandernden "dokumentarischen Entwicklungsroman" ihren Gesprächspartnern eine Stimme jenseits aller "Klischees" verleiht, sondern auch, wie Doron mit Blick auf die Gemeinsamkeiten anfängliche Anspannung und Ängste überwindet.

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