Ari Shavit

Mein gelobtes Land

Triumph und Tragödie Israels
Cover: Mein gelobtes Land
C. Bertelsmann Verlag, München 2015
ISBN 9783570102268
Gebunden, 592 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Michael Müller und Susanne Kuhlmann-Krieg. Der renommierte Journalist Ari Shavit sieht Israel in einer halt- und ausweglosen Lage: als jüdisch-westlicher Staat in einer arabisch-islamischen (Um-)Welt seit seiner Gründung in der Existenz bedroht, andererseits Okkupationsmacht über ein anderes, das palästinensische Volk. Was als gemeinschaftlicher hoffnungsfroher Aufbruch begann, insbesondere nach den Schrecken des Holocausts, der gemeinsame Bau von Eretz Israel, ist heute allgemeiner Desillusion und Desintegration gewichen. Shavit erzählt, zunächst auf den Spuren seines zionistischen Urgroßvaters, eine sehr persönliche Geschichte Israels während der letzten anderthalb Jahrhunderte, von Erfolgen im steten Überlebenskampf, aber auch von schuldbehafteter Tragik und unübersehbarem Niedergang.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2015

Auch wenn Carsten Hueck nicht alle von dem Journalisten Arie Shavit gesammelten Standpunkte teilen kann, derart plastisch und ehrlich wie in diesem Buch, einer Mischung aus Geschichtsunterrricht und persönlichen Geschichten, hat ihm noch niemand den Alltag israelischer Palästinenser, das Leben in den Kibuzzim der 1920er Jahre oder die Brutalität bei der Eroberung von Lydda geschildert. Die persönlichen Zweifel und Hoffnungen des Autors, etwa zur Frage des Friedensprozesses, vermischt mit Historischem, Politischem, Kulturellem und Archivfunden bieten Hueck ein polyfones, multiperspektivisches Bild Israels.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 04.07.2015

Für Kevin Zdiara spricht viel Liebe für Israel aus dem Buch des Kolumnisten Ari Shavit. Dessen Bestandsaufnahme in 17 Kapiteln erinnert den Rezensenten an für Israel entscheidende Ereignisse jenseits offizieller Geschichtsschreibung und offenbart neben den Ängsten auch die moralischen Schwächen des israelischen Staates. Dass der Autor für einen Rückzug aus den besetzten Gebieten plädiert und radikale Selbstkritik auch an seiner Familie leistet bescheinigt dem Rezensenten den Realismus des Autors. Auf der anderen Seite steht das Interesse des Autors an Menschen und Beweggründen, sichtbar für Zdiara in Shavits Porträts der ersten Siedler im Westjordanland. Ein mit Einblicken in das Nachtleben Tel Avivs oder in das Wirken des Schas-Politikers Arje Deri garniertes bemerkenswertes Plädoyer für eine moralisch-politische Erneuerung Israels, empfiehlt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2015

Gerechte Historiografie? In Ari Shavits Geschichte Israels möchte Richard Kämmerlings sie erkennen. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, die dunklen Ereignisse am Beginn der Geschichte des Staates Israels zu rekonstruieren, und er will wissen und sucht und fragt. Letzteres rechnet Kämmerlings dem Autor hoch an. Dass so eine Geschichtsrekonstruktion nicht ohne Provokation abgeht, weiß der Rezensent, allerdings gibt er zu bedenken, dass der Autor es ernst meinen könnte und zu der blutigen Gründungsgeschichte Israels tatsächlich keine Alternative zu sehen vermag. Die Kombination aus Historikersicht, minutiöser Reportage und biografischer Familiengeschichte scheint Kämmerlings wichtig für das Buch und seine Sogwirkung auf den Leser. Shavits Neugier und seine Ausgewogenheit im Urteil sind für ihn Voraussetzung für seine Glaubwürdigkeit.